15 Millionen Euro Fördergelder für die Gemeinde Schermbeck

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Insgesamt 15 Millionen Euro Fördergelder hat Bürgermeister Mike Rexforth bislang in seiner Amtszeit nach Schermbeck gelotst. Auch wenn er ein zwiespältiges Verhältnis zu Fördergeldern hat.

Schermbeck

, 14.02.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Rund 5 Millionen Euro sieht der kommunale Haushalt jährlich für Investitionen vor. Damit könne man die Zukunft einer rund fast 14.000 Einwohner zählenden Gemeinde nur notdürftig gestalten. Und keinesfalls den Konkurrenzkampf um die Sicherung der Daseinsvorsorge erfolgreich für die eigene Gemeinde gewinnen. Zu dieser Einsicht gelangte Bürgermeister Mike Rexforth schon vor seiner Wahl im Jahr 2014.

2003 war Rexforth vom Sozialamt in die Finanzverwaltung gewechselt und wurde 2013 zum Kämmerer berufen. Ein Jahrzehnt konnte Rexforth in der Finanzverwaltung erfahren, wie knapp die kommunale Kasse ist ohne Gelder von externen Geldgebern.

Fördergeld-Beschaffung bedeutet Arbeit

Viele Jahre wollte man sich in Schermbeck nicht auf den Weg der Beantragung von Fördergeldern begeben. „Dazu hätte man das Personal einsetzen müssen, weil es sehr arbeitsintensiv ist, Fördergelder zu bekommen“, erinnert sich Rexforth.

Nach der Wahl zum Bürgermeister erklärte Rexforth die Wirtschaftsförderung und die Beantragung von Fördergeldern zur Chefsache. In der Rückschau dankt er seinem Amtsvorgänger Ernst-Christoph Grüter, in dessen Amtszeit der Anschluss Schermbecks zur Regionalen 2016 erfolgte.

Die Entscheidung, Fördergelder zu akquirieren, bedeutete viel Arbeit. Viele Fahrten nach Düsseldorf oder Mönchengladbach waren nötig, um Realisierungschancen abzuklopfen, bevor ein Antrag auf den Weg geschickt wurde.

15 Millionen Euro für Investitionen

Doch der Aufwand lohnte sich. Seit 2014 wurden 16,5 Millionen Euro als Finanzspritze für den Kommunalhaushalt nach Schermbeck gelenkt. Abzüglich des kommunalen Eigenanteils blieben netto 15 Millionen übrig.

Gleich mehrere Beträge stellte das Bund-Länder-Programm „Kleinere Städte und Gemeinden“ für Kommunen in dünn besiedelten, ländlichen, von Abwanderung bedrohten oder vom demografischen Wandel betroffenen Räumen. 34.300 Euro erhielt Schermbeck für die allgemeine Städtebauförderung.

Bereits 2014 gelang es Rexforth über Uta Schneider von der Geschäftsstelle Regionale 2016, das Schermbecker Spiel- und Bewegungskonzept als Modellprojekt einzubringen. Mit der Vernetzung der Spielplätze wurde 2015 begonnen. Inzwischen wurden Projektbausteine an der Maximilian-Kolbe-Schule, an der Gesamtschule und am Raiffeisenweg umgesetzt.

Angesichts schrumpfender Schülerzahlen musste sich die Gemeinde Gedanken machen über die Entwicklung der beiden Grundschulen. 183.260 Euro Fördergelder gab es für eine Machbarkeitsstudie, die sich mit den künftigen Grundschulstandorten befasst. Außerdem kann mit Teilen des Betrags ein Architektenwettbewerb in Auftrag gegeben werden.

874.300 Euro Fremdmittel sind ein wichtiger Fördergeld-Batzen, um die Mittelstraße zwischen Erler Straße und Schienebergstege umgestalten zu können.

Bewerbung nach dem Windhund-Prinzip

Durch schnelle Reaktion auf Angebote von Fördergeldern gab es 34.878 Euro für die Erstellung eines Wirtschaftswegkonzeptes, 10.500 Euro für ein WLAN-Netz im Ortskern, 5,5 Millionen Euro für den Breitbandausbau in Schermbeck, Gahlen und Bricht, 7.034.764 Euro für den Breitbandausbau im Außenbereich und 184.430 Euro für die dreijährige Beschäftigung eines Klimaschutzmanagers.

Für das kurz vor der Einweihung stehende Abrahamhaus am Sportplatz des SV Schermbeck gelang es der Gemeinde und dem SVS-Vorsitzenden Johannes Brilo, 960.000 Euro Fördergelder zu bekommen. „Dadurch haben wir die Chance, dem SV Schermbeck langfristig eine solide Infrastruktur zur Verfügung zu stellen“, freut sich Rexforth über das Haus, das von anderen Gruppen genutzt werden kann.

15 Millionen Euro Fördergelder für die Gemeinde Schermbeck

Mit dem Finger fährt Santi (6) am Wildnistor den Weg an der Karte ab. Sehbehinderte, Kinder oder Rollstuhlfahrer profitieren davon, dass auf Barrierefreiheit Wert gelegt wurde in der Neuen Wildnis Dämmerwald, die mit Fördergeldern in Schermbeck umgesetzt wurde. © Berthold Fehmer

Ohne Eigenanteil zahlen zu müssen, gelang es der Gemeinde, die „Neue Wildnis Dämmerwald“ im westlichen Teil des Staatsforstes einzurichten.

Zwiespältiges Verhältnis

„Wir haben viele Dinge angestoßen, die wir uns aus Eigenmitteln nicht hätten leisten können“, fasst Rexforth zusammen. Zur Art der Vergabe von Fördergeldern hat er ein zwiespältiges Verhältnis. Rexforth: „Ich fände es sinnvoller und sicherlich auch nachhaltiger, wenn öffentliche Gelder über einen entsprechenden Verteilschlüssel jährlich zur Verfügung gestellt würden. Dann könnte die Gemeinde sachlich entscheiden, was für die Kommune eine absolut sinnvolle und nachhaltige Investition darstellen würde.“

„Wenn aber“, so Rexforth weiter, „von der EU, von der BRD und vom Land NRW Gelder für Förderprojekte zur Verfügung gestellt werden, dann wäre es unverzeihlich, wenn die Gemeinde und ich als Bürgermeister die Chancen nicht nutzten.“ Er verweist auf seinen Amtseid, der ihn verpflichte, sich zum Wohle der Gemeinde einzusetzen. Sein Fazit: „So verstehe ich es als eine meiner Aufgaben, Ausschau nach Investitionszuschüssen zu halten.“

Ideen für weitere Förderanträge hat er schon entwickelt. Im Programm „Dorfentwicklung“ sieht er Chancen für Fördergelder. Um den Tourismus in Zusammenarbeit mit Hünxe, Hamminkeln und Raesfeld zu fördern, überlegt Rexforth derzeit, wie – nach dem Vorbild des Raesfelder Naturparkhauses - ein Haus in Schermbeck errichtet werden kann, um Informationen über kulturelle Highlights der Region zentral darstellen zu können.

Weitere Pläne, die mit Fördergeldern umgesetzt werden könnten

Um die Ehemalige reformierte Kirche nahe der Burg durch einen weiteren Raum für einen geselligen Abschluss festlicher Aktivitäten nutzen zu können, hat Rexforth erste Gespräche mit Personen geführt, die Mittel aus der Städtebauförderung bereitstellen können. Rexforth macht sich derzeit auch Gedanken über eine Aufwertung der im Privatbesitz befindlichen Mühlenteiche.

Für die Arbeit zur Gewinnung von Fördergeldern wurde mittlerweile im Rathaus eine Stabsstelle eingerichtet. Deren Leiter Alexander Thomann hat auch die Aufgabe übernommen, Fördergelder zu erschließen und Vorschläge für eine Antragstellung zu unterbreiten.

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