227 Schermbecker sammelten beim Schermbecker Umwelttag Müll

Schermbecker Umwelttag

100 Schermbecker mehr als im vergangenen Jahr beteiligten sich am Samstag am Umwelttag der Gemeinde Schermbeck. Das hatte wohl vor allem einen Grund.

Schermbeck

, 25.03.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wilfried und Brigitte Beermann begannen mit der Entfernung eines ganzen Schuttbergs, der sich auf einem gemeindlichen Grundstück hinter den Gärten am Tiefem Weg angesammelt hatte.

Wilfried und Brigitte Beermann begannen mit der Entfernung eines ganzen Schuttbergs, der sich auf einem gemeindlichen Grundstück hinter den Gärten am Tiefem Weg angesammelt hatte. © Helmut Scheffler

Die Organisation des Umwelttags hatten Heike Szczepaniak und Elisabeth Lehmkühler von der Gemeinde übernommen. Klaus Sondermann und Björn Hilgendorf vom Bauhof halfen am Samstagmorgen beim Verteilen der Arbeitshandschuhe und Säcke an Erwachsene und Kinder, die sich ihr Sammelrevier selbst aussuchen konnten. Sogar Grundschulkinder lernten in der Begleitung von Mama und Papa, dass man Müll nicht einfach wegwerfen darf.

22 Gruppen hatten sich angemeldet. Dass es rund 100 Bürger mehr waren als 2018 lag in erster Linie an den besseren Witterungsverhältnissen. Die eisigen Temperaturen im März 2018 hatten damals wohl viele abgeschreckt.

Der Heimatverein Weselerwald und Umgebung war mit acht Personen am Logsteenweg, an der Malberger Straße und an der Marienthaler Straße unterwegs. Fünf Angler des ASV Schermbeck-Bricht fanden zwischen der Lehmkuhle und dem Brüner Weg mehrere Autoreifen, eine Autobatterie und Campingstühle. Auch das Königspaar Martin Wieschus und Marlies Weßel begleitete die Sammler der Uefte-Overbecker Trachtenschützen.

Viele Flaschen gefunden

Das Haus Kilian beteiligte sich erstmals am Umwelttag. In den Witte Bergen fanden sie Ölkanister, Altglas und einen Teppich. Wesentlich weniger Müll als im vergangenen Jahr fand der CDU-Gemeindeverband. „Viele Flaschen fanden wir“, berichtete Uli Stiemer, der sich mächtig darüber ärgerte, dass zahlreiche Flaschen auf den Straßen beim Wegwerfen zertrümmert wurden.

Ausgerechnet auf einem Gemeindegrundstück hinter den Gärten am Tiefen Weg hatte sich der Müll zu riesigen Mengen angesammelt. Die ersten Karren voll Bauschutt brachten Wilfried und Brigitte Beermann zum Bauhof.

Jede Menge Plastik und Verpackungsmaterial fanden acht Mitglieder des 1. Boßelclubs 1990 Altschermbeck auf ihrer Boßelstrecke in Buschhausen. Das achtköpfige Team des Kindergartens Stenkampshof entdeckte im Gelände viele Flaschen. Am Nottkamp und seinen nahen Waldungen waren Radler der Gruppe „Zens & friends“ zum Müllsammeln unterwegs. Rolf und Ilsetraut Blankenagel vom Heimat- und Geschichtsverein sammelten im Umfeld des Heimatmuseums, entlang der Mühlenteiche und im Wäldchen am Hallenbad.

Missverständnis beim Sondermüll

Gleich mit 20 Personen machten sich Mitglieder des Heimatvereins Gahlen im Lippedorf auf die Suche nach Müll in der Landschaft. „An einigen Stellen stand der Müll gleich säckeweise im Gebüsch“, schilderte Samuel Hilbricht seine morgendlichen Beobachtungen. Die gefundenen Eternitplatten und Schamottsteine durften die Gahlener gemäß einer telefonischen Voranfrage nicht zum Bauhof bringen, weil diese Materialien als Sondermüll grundsätzlich nicht vom Bauhof angenommen werden. Dachdecker Hermeler übernimmt die Entsorgung auf seine Kosten. Am Samstagmorgen erfuhren die Gahlener Sammler, dass es sich offensichtlich um ein Missverständnis gehandelt hatte. Am Umwelttag darf jegliches Sammelgut am Bauhof abgegeben werden.

Um die Mittagszeit konnte man am Bauhof sehen, dass die Rücksichtslosigkeit mancher Zeitgenossen auch nach mehr als 30 Jahren kaum nachgelassen hat. In einem großen Container stapelte sich der gefundene Müll. Für die eifrigen Sammler gab es am Bauhof von der Volksbank Erbsensuppe, kostenlose Getränke und Süßigkeiten sowie Malstifte für Kinder. Das Sortieren des Mülls übernehmen Bauhofmitarbeiter, die auch den Transport der Säcke übernehmen, die nicht zum Bauhof gebracht wurden.

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