Ausschuss stimmte gegen Zeelink-Trasse

Geplante Erdgasleitung

Gegen die geplante Trassenführung der Erdgasleitung Zeelink II hat der Planungsausschuss gestimmt. Nur Jürgen Trick (Grüne) enthielt sich.

Schermbeck

von Von Berthold Fehmer

, 24.11.2017, 17:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Keine Gasleitung durch unsere Heimat“: Vor dem Rathaus demonstrierten mehr als zwei Dutzend Zeelink-Gegner am Donnerstagnachmittag gegen die geplante Zeelink-Trasse und verfolgten anschließend die Ausschuss-Sitzung. Foto: Berthold Fehmer

„Keine Gasleitung durch unsere Heimat“: Vor dem Rathaus demonstrierten mehr als zwei Dutzend Zeelink-Gegner am Donnerstagnachmittag gegen die geplante Zeelink-Trasse und verfolgten anschließend die Ausschuss-Sitzung. Foto: Berthold Fehmer © Foto: Berthold Fehmer

Vor dem Rathaus demonstrierten am Donnerstag mehr als zwei Dutzend Bürger. „Keine Gasleitung durch unsere Heimat“ oder „Zeelink, nein danke!“ stand auf den Transparenten und Plakaten.

Im Planungs- und Umweltausschuss äußerten Politiker fast aller Fraktionen ihr Unverständnis über die geplante Trassenführung um den Dämmerwald herum (wir berichteten). Klaus Roth (BfB) zählte Gebäude und Einrichtungen entlang der geplanten Trasse auf. Bei einer Verlegung durch den Dämmerwald entlang der vorhandenen Ölleitung sei hingegen „keine Gefährdung von Menschen zu erwarten“, sagte Wilhelm Hemmert-Pottmann (CDU): „Warum der Naturschutz höher bewertet wird als der Schutz von Menschen, ist nicht nachzuvollziehen.“

Fast alle Argumente könne er unterstützen, sagte Jürgen Trick. Die Nähe der geplanten Leitung zu Wohngebäuden „kann so nicht sein“. Wenn man aber, wie die Verwaltung es vorgelegt habe, die Forderungen auf „Legt es durch den Dämmerwald“ zuspitze, „wird man unsere Einwände beiseitelegen“, vermutete Trick. Fakt ist aber: In der Stellungnahme wird nur die vollständige Prüfung dieser Alternative gefordert.

Bürgermeister Mike Rexforth berichtete, dass man die Anliegen der Bürger und Landwirte bereits bei der Bezirksregierung vorgetragen habe. „Dann kam das K.o.-Kriterium Naturschutz – ab da war Feierabend.“ Letztlich sei es ein Abwägungsprozess: „Wenn wir wissen, dass bei einer Havarie ein Zerstörungsgrad 350 Meter links und rechts der Trasse zu erwarten ist, dabei durchaus auch Menschen zu Tode kommen können, ist das ein Umstand, der zu diskutieren ist.“

„Wir sind ein kleines Licht“

Mit dem Sprecher der Interessengemeinschaft Schermbecker Landwirte, Rainer Kremer, ist Rexforth am Freitag nach Düsseldorf zum Umweltministerium gereist, um mit den Bürgermeistern aus Hünxe und Voerde die lokale Sichtweise zu erörtern. „Viel weiter kommen wir nicht“, so Rexforth, der daran erinnerte: „Wir sind im gesamten Planfeststellungsverfahren ein kleines Licht.“

Volker Schulte-Bunert (Seniorenbeirat) ärgerte sich, dass seitens der Bezirksregierung beim Umweltschutz an einem „übertriebenen Dogma“ festgehalten werden. Der Dämmerwald sei „kein jungfräuliches Gebiet – es liegen Leitungen da“. „Es können besser mal ein paar Tausend Bäume gerodet und wieder angepflanzt werden.“

Bereits im Raumordnungsverfahren hatte der Ausschuss sich für eine Prüfung dieser Trasse ausgesprochen. Ausschussvorsitzender Rainer Gardemann (CDU): „Man hat sich an alles gehalten. Nur nicht an das, was wir hier einstimmig beschlossen haben.“ Nach dem neuen Beschluss des Ausschusses gab es Applaus von den anwesenden Bürgern.

Lesen Sie jetzt