Blaue Paste auf Spielplatz und Fußweg gefunden - Ist es Rattengift?

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Als Josefine Neigenffind (19) beim Spaziergang ihre Hündin schmatzen hört und eine blaue Paste findet, fürchtet sie um die Gesundheit ihres Tieres. Ist es Rattengift?

Schermbeck, Raesfeld

, 06.01.2020, 14:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Josefine Neigenfind ist am Sonntagmorgen in Schermbeck mit ihren beiden Hunden Callie und Balou gegen 11.30 Uhr auf dem Fußweg entlang des Mühlenbachs parallel zur Goethestraße unterwegs. „Einer zieht, einer trödelt“, beschreibt sie die Situation, bis sie hinter sich ein Schmatzen von Hündin Callie hört. „Als ob sie etwas im Maul hätte.“ Neben ihrer Hündin findet Neigenfind eine blaue Paste.

Blaue Paste auf Spielplatz und Fußweg gefunden - Ist es Rattengift?

Hündin Callie zeigt derzeit keine Symptome einer Vergiftung. © Josefine Neigenfind

„Ich habe mich dann erst mal schlaugemacht: Rattengift gibt es auch als Paste“, sagt Neigenfind, die die Konsistenz „wie Zahnpasta, nur etwas flüssiger“ beschreibt.

Tierklinik

Die 19-Jährige fürchtet um das Leben ihres Hundes und bringt ihn direkt in die Tierklinik. Dort bekommt die Hündin ein Mittel, um erbrechen zu können, was aber nicht funktioniert. Glücklicherweise zeigt Callie keine Symptome einer Vergiftung und erhält nun Vitamin-K-Tabletten, die bei einer eventuellen Vergiftung helfen könnten.

Zudem soll noch ein Blutbild erstellt werden, sagt Neigenfind, um abzuklären, ob der Hund tatsächlich Rattengift gefressen hat. „Im Moment geht es Callie aber gut“, betont sie.

Blaue Paste auf Spielplatz und Fußweg gefunden - Ist es Rattengift?

Auf diesem Weg findet Josefine Neigenfind an mehreren Stellen die blaue Paste. © Josefine Neigenfind

Neigenfind durchsucht daraufhin den Weg genauer und findet an mehreren Stellen weitere blaue Paste. „Etwa auf 20 Metern.“ Doch nicht nur das: Sogar auf dem Spielplatz neben dem Weg findet sie die blaue Paste.

Blaue Paste auf Spielplatz und Fußweg gefunden - Ist es Rattengift?

Auch auf dem Spielplatz am Weg ist die blaue Paste zu finden. © Josefine Neigenfind

Anzeige bei der Polizei erstattet

Josefine Neigenfind fährt zur Polizei nach Hünxe und erstattet Anzeige. Und übergibt eine Probe der Paste. Ob es sich dabei wirklich um Rattengift handelt, kann Polizeisprecher Björn Haubrok am Montag auf Anfrage noch nicht sagen. Die Ermittlungen hätten gerade erst begonnen.

Da Josefine Neigenfind über Facebook versucht, andere Hundebesitzer zu warnen, wird Carmen Höchst aufmerksam, die ihre Hündin Maila als Giftköder-Suchhund ausbilden ließ. Doch nach näherer Erklärung der genauen Umstände muss Höchst eine Giftköder-Suche absagen: „Ich würde meine Hündin in Gefahr bringen.“

Essbare Hülle fehlt

Der Grund: Oft sind Giftköder in Essbarem verpackt, also in Wurst oder einer Frikadelle. Nur auf solche Köder ist Maila trainiert, um sie anzuzeigen. Bei der blauen Paste fehlt eine solche Hülle. Carmen Höchst geht davon aus, dass es sich um Gift handelt. „Wir wissen noch nicht, ob es ein Kontakt-Gift ist oder über die Schleimhäute aufgenommen wird“, sagt Höchst.

Durch Kontakt mit den Pfoten könne ihre Hündin gefährdet werden. Höchst empfiehlt, den Bereich mit Kindern und Hunden nicht mehr zu betreten. Und nach Betreten der Fläche die Schuhe nach der Substanz abzusuchen und zu säubern.

Ordnungsamt reagiert

Für eine Warnung der Bevölkerung sieht Marc Lindemann vom Ordnungsamt allerdings noch keine Notwendigkeit. Denn noch sei nicht klar, was genau Josefine Neigenfind gefunden habe. Gleichwohl wolle er sich dafür einsetzen, dass der Bauhof den Bereich unter die Lupe nimmt.

Erst am 2. Januar hatte eine Raesfelderin in der Facebook-Gruppe „Du kommst aus Raesfeld, wenn ...“ von einem ähnlichen Erlebnis auf dem Lohrweg in Erle berichtet. Allerdings habe ihr Hund eine rotbraune Masse entdeckt, in der die Raesfelderin ebenfalls Rattengift vermutete. Bei der Tierärztin musste der Hund eine ähnliche Prozedur wie Callie über sich ergehen lassen.

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