Kreis sieht Brandschutzmängel an beiden Grundschulstandorten

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Brandschutzmängel an beiden Grundschulstandorten sieht der Kreis. Jeweils in Obergeschossen sollen die Fluchtwege nicht ausreichend sein. Eine einfache Lösung gibt es nur in einem Fall.

Schermbeck

, 26.10.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über die Homepage der Grundschule Schermbeck teilt Schulleiterin Jessica Steigerwald den Eltern mit, dass einige Klassen den Klassenraum wechseln mussten. An beiden Standorten. „Dies hängt allerdings nicht mit dem Infektionsgeschehen zusammen, sondern, dass der Brandschutz des Kreises Wesel Obergeschosse beider Standorte als nicht brandschutzsicher genug bewertet hat und die Gemeinde entsprechend handeln und dem Rechnung tragen muss“, so Steigerwald.

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Konkret sei es um die Auffassung des Kreises gegangen, dass die zweiten Flucht- und Rettungswege nun nicht mehr den Anforderungen genügen würden, so Gerd Abelt, Stellvertreter des Bürgermeisters. Eigentlich sollte dies auch durch „Anleitern“ sichergestellt sein. Heißt: Die Feuerwehr holt mit der Drehleiter Kinder aus dem Obergeschoss.

Rauchabzüge wurden ertüchtigt

Als Übergangslösung hat der Kreis am Pavillon am Hauptstandort an der Weseler Straße eine technische Lösung akzeptiert. Die Alarmierung sei verbessert worden und die Rauchabzüge konnten ertüchtigt werden, sagt Abelt. Heißt: Im Treppenhaus öffnet sich bei Rauchentwicklung automatisch ein Fenster, sodass der Rauch abziehen kann.

Eine Bedingung stellte der Kreis: Nur noch Kinder der dritten und vierten Schuljahre dürften im Obergeschoss des Pavillons nach den Herbstferien unterrichtet werden. „Somit haben die zweiten und die vierten Schuljahre Klassen getauscht: Die zweiten Schuljahre sind nun unten im Pavillon und die vierten Schuljahre oben“, so Steigerwald. Die Vorgabe hänge damit zusammen, dass den älteren Schülern mit höherer Reife im Brandfall zügiger den Klassenraum verlassen könnten, so Abelt.

Obergeschoss bleibt erst einmal geschlossen

Komplizierter ist das Problem am zweistöckigen Gebäude des Teilstandorts an der Schienebergstege. Dort bleibt das Obergeschoss zunächst geschlossen - die vierten Klassen zogen in andere Klassenräume, der Offene Ganztag erhielt dafür den Mehrzweckraum und Musikraum als Betreuungsräume.

Eine einfache Lösung scheint am Teilstandort nicht in Sicht. Bevor die Gemeinde kostspielige Umbauten beauftragt, will sie laut Abelt zunächst prüfen lassen, ob die Auffassung des Brandsachverständigen des Kreises Wesel richtig ist. „Mit Augenmaß“, so Abelts Wunsch, solle die Frage des Brandschutzes an diesem Gebäude behandelt werden.

Denn es gibt den Ratsbeschluss, dass der Standort aufgegeben und die Grundschule Schermbeck am Standort Weseler Straße zusammengeführt werden soll. Mit der Planung kann es dort derzeit nicht weiter gehen, da erst das Ergebnis einer Klage gegen den Ratsbeschluss abgewartet wird, der ein Bürgerbegehren für unzulässig erklärt hatte.

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