Die Dreifachsporthalle an der Erler Straße soll zu einer Versammlungsstätte ausgebaut werden. Dafür will die Gemeinde Fördermittel beantragen. © Berthold Fehmer
Dreifachsporthalle

Brandschutzmängel in Dreifachsporthalle: Jetzt wird es richtig teuer

Die Sanierung der Dreifachsporthalle könnte den Haushalt mit rund 600.000 Euro belasten. Die Politik steht nun vor einer Grundsatzentscheidung.

Mit rund 350.000 Euro Kosten hatten Verwaltung und Politik gerechnet, als 2018 der Austausch aller Fenster, Außentüren und Glasflächen, die Überdachung der undichten Terrasse sowie die Dämmung der obersten Decke an der Schermbecker Dreifachsporthalle beschlossen wurde.

Da einige Arbeiten eine Genehmigung des Kreises als Bauaufsicht benötigten, wurden Besichtigungstermine vereinbart. Im August 2020 prüfte die Behörde die Sporthalle in ihrer Funktion als Versammlungsstätte und stellte dabei Brandschutzmängel fest.

Eine Verfügung des Kreises Ende September 2020 beschränkte die Nutzung der Halle, sowohl Hallen- als auch Umkleidebereiche, auf maximal 50 Personen, was dazu führte, dass die Schermbecker Handballer ohne Publikum spielen mussten. Das stieß weder bei den Handballern, noch bei der Verwaltung Schermbeck auf Begeisterung – um es vorsichtig zu formulieren.

Maximal 199 Personen

In einem Gesprächstermin am 2. Oktober mit der Bauaufsicht, der Verwaltung, dem beauftragten Ingenieurbüro sowie einem Brandschutzingenieur wurde ein Kompromiss gefunden: Die maximale Personenzahl wurde auf 199 erhöht – dafür wurden eine Feuermeldeanlage mit Druckknopfmelder wieder in Betrieb genommen, Rauchmelder installiert und der zweite Rettungsweg aus allen Hallendritteln verbessert.

„Festzuhalten bleibt, dass gegenwärtig eine eingeschränkte Nutzung der Sporthalle unter Berücksichtigung der Einhaltung der Kompensationsmaßnahmen seitens der Bauaufsichtsbehörde des Kreises Wesel geduldet wird“, so Kämmerer Frank Hindricksen. Er hat für die Sitzung des Bauausschusses am 4. Februar die absehbaren Kosten aufgelistet, die nötig wären, diesen unbefriedigenden Status quo zu verbessern.

Hohe Kosten für Brandschutz

25.000 Euro für den Austausch zweier Brandschutztüren, 20.000 Euro für die Herstellung von Rettungswegen aus dem Hallenbereich, 55.000 Euro für den Einbau einer Brandmeldeanlage und 40.000 Euro für die Abschottung der Treppenhäuser: Ob noch weitere Brandschutzauflagen zu erfüllen seien, könne man noch nicht abschließend beurteilen, so Hindricksen.

Doch diese Summen sind nicht das Ende der Fahnenstange, da auch noch die Barrierefreiheit hergestellt werden müsse: 20.000 Euro für ein barrierefreies WC, 5.000 Euro für den Austausch gegen barrierefreie Türen, 15.000 Euro für einen Lift zur Tribüne, 20.000 Euro für einen weiteren Lift oder eine Rampe im Außenbereich. Hinzu kommen Planungskosten.

Diese zusätzlichen Kosten beziffert Hindricksen, mit den beschriebenen Unsicherheiten beim Brandschutz, mit 234.000 Euro. Ein deutlicher Aufschlag zu den zunächst veranschlagten 356.000 Euro.

Selber zahlen oder auf Förderung hoffen?

Die Verwaltung erwartet nun von der Politik eine Grundsatzentscheidung: Will man kurzfristig die benötigten Mittel in den Haushalt einstellen? Als Alternative könne geprüft werden, so Hindricksen, ob eine Ertüchtigung des Gebäudes zu einer allgemeinen Versammlungsstätte mit einer Förderung möglich wäre. Dazu müsste eine Vorplanung erstellt und ein Förderantrag bei Land oder Bund gestellt werden.

Dafür würde eine umfassende Sanierung der Sporthalle notwendig, zumindest der Teile, die in den vergangenen Jahren nicht saniert wurden. Energetisch und akustisch müsste die Halle verbessert werden. Umkleiden, Gänge, Foyer, Tribüne, Prallschutz, Geräteräume, Treppenhäuser und Elektroverteilung und natürlich den Brandschutz nennt Hindricksen als sanierungsbedürftige Bereiche. Gesamtkosten könne man erst nennen, wenn die Planung für einen Förderantrag erfolgt sei.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer

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