Bürgermeister droht Hildegard Daldrup mit der Polizei

mlzArtenschutz

Mehrfach hat Hildegard Daldrup zuletzt Mäh-Aktionen des Bauhofs gestoppt. Nun hat Bürgermeister Mike Rexforth eine deutliche Warnung ausgesprochen - und droht mit der Polizei.

Schermbeck

, 19.06.2020, 09:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Daldrup, die im Jahr 2019 mit dem innogy-Klimaschutzpreis ausgezeichnet wurde, hatte mehrfach unter Berufung auf den Artenschutz verhindert, dass Bauhof-Mitarbeiter Grünflächen in der Gemeinde mähen konnten. Dabei unterscheide sie nicht zwischen Straßenbanketten, für die die Gemeinde auch eine Verkehrssicherungspflicht habe, und sonstigen Grünflächen, sagte Rexforth im Planungsausschuss am Donnerstag.

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In den Sozialen Netzwerken erhalte Daldrup viel Unterstützung, aber im Rathaus kämen auch „unglaublich viele Anrufe von Bürgern“ an, die „kein Verständnis dafür haben und keinen Wildwuchs vor der Haustür haben wollen“, sagte Rexforth.

Rexforth will Lösungen besprechen

Bei der Demo, die die 74-Jährige mit einigen Jugendlichen vor dem Rathaus abhielt, hatte Rexforth eine Stunden mit Daldrup gesprochen. Rexforth sicherte zu, sich des Themas anzunehmen und will sich in der nächsten Woche mit dem Bauhof-Leiter und Alexander Thomann von der Verwaltung dazu treffen und Kompromissvorschläge erarbeiten.

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Eindringlich habe er aber Daldrup gebeten, darauf zu verzichten, sich mit solchen Aktionen wie vor dem Rathaus selbst zu gefährden. Sich barfuß vor ein Mahlwerk zu stellen, sei gefährlich. Neben der Tatsache, dass die Mitarbeiter des Bauhofs niemanden verletzen wollten, kosteten solche Aktionen auch Geld, weil Mannschaft und Geräte nicht weiterarbeiten könnten.

„Das ist kein Dauerzustand“

Dass Daldrup am Donnerstag erneut eine Mäh-Aktion in Gahlen stoppte, veranlasste Rexforth zu einer deutlichen Warnung. „Das ist kein Dauerzustand. Das werde ich nicht akzeptieren. Ich sage ganz klar: Findet das noch mal statt, werden wir die Polizei rufen.“ Selbst- und Fremdgefährdung werde er nicht weiter zulassen, so Rexforth: „Bei der nächsten Aktion werden wir nicht abrücken, da wird Frau Daldrup abrücken.“

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Stefan Steinkühler (Grüne) hatte am Donnerstagmorgen noch versucht, deeskalierend auf Hildegard Daldrup einzuwirken. Er glaube, das Daldrup Aussagen des Bürgermeisters anders auslege. „Wir müssen klare Regeln treffen“, so Steinkühler. „Nicht nur der Bauhof, sondern auch die Politik.“ Er bat darum, dass die Verwaltung im nächsten Liegenschaftsausschuss Ideen präsentiere.

Rexforth sagte, das Umdenken in den Köpfen habe nach Daldrups Aktionen stattgefunden, aber das Thema müsse breite Akzeptanz haben. Denn wenn es Regeln gebe, dann für alle Ortsteile. Zunächst gelte die Maßgabe, dass an Straßenbanketten die Mähbreite halbiert werde. „In anderen Bereichen mähen wir weiter.“

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