Max Bienbeck ist neuer König der „Fähnchenschützengilde Buschhausen n.e.V.“ Linda Deppe steht dem neuen König als Mitregentin ein Jahr lang zur Seite.

Schermbeck

, 28.07.2019, 14:42 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der weitaus größte Teil der Feier gehörte alljährlich den scheidenden Majestäten. So war es auch am Samstag, als das „alte“ Königspaar Dennis Nappenfeld und Andrea Böhm und sein Throngeschlumpse Emanuel Böhm/Veronika Nappenfeld und Dirk Teborg/Tina Neumann die wohl drolligste Brauchtumsfeier des gesamten Gemeindegebietes über sich ergehen ließen.

Verstehen kann man das gesamte Tun der Gilde sowieso nur, wenn man weiß, dass es seit jenen Tagen praktiziert wird, als die Gilde aus Protest über einen unverzeihlichen Brauchtumsbruch der Altschermbecker Gilde gegründet wurde: Man wollte nicht zulassen, dass die kleinen Ansteckfähnchen abgeschafft wurden. Seither wird mit Argusaugen während des Kilianfestes, das die Fähnchenschützen als ihre eigene Vorfeier definieren, auf Fehler und Schwächen der „Lieblings-Schwesterngilde“ geachtet und beim eigenen Fest faustdick karikiert.

Strahlender Sonnenschein und flüssige Kost

Bei strahlendem Sonnenschein traten die Fähnchenschützen am Samstag beim noch amtierenden König Dennis Nappenfeld an der Erler Straße an, wo sich die Schützen in die Liste eintragen konnten. Wer 5 Euro zahlte, erhielt im Gegenzug drei Biermarken kostenlos.

Begleitet von Blasmusikern der „Einklang“, der „Pils´n Buam“, der Holtwicker Blaskapelle und vom Tambourkorps Schermbeck zogen Thron und Schützen zur ersten Schnapsstation in der KartoffelAckerdemie. Flüssige Kost gab es auch in der Gaststätte Overkämping und nach einer Pi-Pause an der Kapellenweg-Brücke vom Kilian-Vorstandsmitglied Holger Scheidt auf dem Gelände der Firma Lerbs und von Markus Fasselt.

Mancher Seitenhieb

Der vom Oberst Hendrik Bienbeck und seinem hölzernen Pferde-Fahrrad angeführte Zug endete in Buschhausen auf dem Hof Cluse, wo die Mitglieder der Fähnchenschützengilde laut ihrer Festschrift seit 1993 gerngesehene Gäste sind. Die sonst üblichen Paraden waren diesmal im Freien nicht möglich, weil nach einer tagelangen Hitzeperiode mit Rekordtemperaturen um die 40 Grad ein Gewitter mit strömendem Regen die Besucher ins Haus der Familie Cluse, in die Garage und unter die Zeltdächer trieb.

Präsi Marius Sühling verpasste mit witzigen Formulierungen der „Lieblings-Schwesterngilde“ in Altschermbeck manchen Seitenhieb und schreckte auch nicht davor zurück, die Mühlenteich-Kiliangilde lächerlich zu machen. Schallendes Gelächter machte die Runde, als Sühling den Mühlenteich-Kilianern anbot, im kommenden Jahr die eigene Lichterkette auszuleihen, um ihnen Bastelarbeiten zu ersparen.

Auch das geplante Tier-Krematorium im Gebiet des Königreiches Buschhausen fand Eingang in Sühlings spöttelnde Betrachtungen. Die Rauchbelastung für das eigene Maien-Reservat sei einfach zu hoch.

Segnung mit der Toilettenbürste

Einige langjährige Mitglieder wurden vom Vize-Präsi Yannik Heuwing geehrt: der Titanschütze Nico Höller, die Granatschützen Patrick Striewe und Ralf Schlebusch, der Silberschütze Björn Mischel, der Silberkönig Sascha Unger und der Goldkönig Michael Schuknecht. Marius Sühling gedachte des verstorbenen Vereinsmitglieds Heiner Hegemann.

„Pastor“ Andreas Pieniak erteilte bei seinem Rundgang in Begleitung des Messdieners“ Yannik Heuwing mit einer Toilettenbürste den Segen für den weiteren Verlauf des Festes. Die vom Technischen Direktor Leon Sühling verlesene Schießordnung enthielt auch eine Menge Kuriositäten. Zum Schießen zugelassen wurden nur Schützen, die „mindestens ein paar Königinnenaspiranten“ nachweisen konnten und gleichzeitig ihren lebenslangen Austritt aus den Reihen der Schermbecker Schüppenschützen beantragten.

Nach dem Gesang der Nationalhymne eröffneten um 18 Uhr die letztjährigen Majestäten und der Silberkönig das Schießen mit einem Soft-Air-Gewehr auf den Vogel.

Mit der Säge musste nachgeholfen werden

Als widerspenstig erwies sich der Vogel-Korpus, sodass ein paarmal mit der Säge nachgeholfen werden musste und schließlich mit dem Werfen von Holzscheiten begonnen wurde. Trotzdem dauerte es noch bis 0.58 Uhr, bis Max Bienbeck den Rest des Vogels zu Boden zwang.

Die etwa 40-minütigen Beratungen in Adelgunde Cluses Mini-Beratungskammer im Dunst von Zigarren rauchenden Vorstandsmitgliedern kann man mit Worten kaum beschreiben. Um 1.40 Uhr gelang dann doch noch die Übergabe der Schützenkette an den 21-jährigen Gartenbauer Max Bienbeck, dessen Mutter Ulla Bienbeck amtierende Schützenkönigin der Kilianer ist und dessen Vater Berthold König in der Kiliansaison 2001/02 war. Max Bienbeck ist auch Fahnenoffizier der Kiliangilde.

Neue Königin der Fähnchenschützen ist die 20-jährtige Sozialversicherungs-Fachangestellte Linda Deppe. Das Königspaar wird vom Throngeschlumpse Florian Strock/Kathi Reken und Niklas Pohlhuis/Målin Baumeister unterstützt.

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