Golfclub-Präsidentin Ursula Paul übergab das Golfcart am Freitag an Jochen Konst und Udo Joormann (v.l.). © Berthold Fehmer
Coronavirus

Corona: Golfclub hilft Impfzentrum beim Transport älterer Bürger

Vom Parkplatz bis zum Impfzentrum - das wird für viele Menschen über 80 ein langer Weg. Für dieses Problem hat der Leiter des Impfzentrums nun Hilfe vom Golfclub Weselerwald erhalten.

Erst sollte ab Anfang Februar geimpft werden, dann wurde wegen Impfstoff-Lieferschwierigkeiten der Start am Impfzentrum in Wesel auf den 8. Februar verschoben. „Wir drehen trotzdem nicht Däumchen“, sagt der Leiter des Impfzentrums, Jochen Konst. Der ehemalige Oberstabsfeldwebel der Bundeswehr, der für den Einsatz im Impfzentrum rekrutiert wurde, ist mit seinem rund 60-köpfigen Team beschäftigt, weitere Testläufe durchzuführen und Vorbereitungen zu treffen, damit der Start glückt.

Dass er und seine Mitarbeiter unter Beobachtung stehen, ist Konst bewusst. „Mit Recht“, sagt er. Was bei Tests am Impfzentrum auffiel: Mehr als 50 Meter vom Parkplatz bis zum Impfzentrum Wesel könnten für Menschen über 80 eine echte Hürde sein. Eine Anfrage des Kreises Wesel beim Schermbecker Golfclub Weselerwald führte nun dazu, dass Jochen Konst und Udo Joormann vom DRK am Freitagmorgen ein Golfcart abholen konnten.

Shuttle-Service zum Impfzentrum

Impflinge, „die schlecht auf den Füßen sind“, werden laut Konst dann mit einem Shuttle-Service demnächst im Golfcart vom Auto zum Impfzentrum in der Niederrheinhalle gefahren. Die Impflotsen vom DRK und von den Maltesern seien auf dem Parkplatz postiert, um auf die zu impfenden Personen zu warten.

Man müsse gerade in der Anfangsphase auch mit Menschen rechnen, die Angst hätten, demente sowie geistig-behinderten Personen, sagt Konst. Dass ein Golfcart im Vollbetrieb nicht ausreichen könnte, glaubt er allerdings nicht, da im Zweifel auch Angehörige dabei seien und auch Rollstühle genutzt würden.

Golfplatz derzeit geschlossen

„Wir würden uns freuen, wenn wir ihn bald wieder brauchen würden“, sagt die Präsidentin des Golfclubs, Ursula Paul, über den kleinen Zweisitzer, der nun in Wesel genutzt wird. Zehn solcher Gefährte besitzt der Club – doch im derzeitigen Lockdown ist das Golfspielen verboten. Selbstverständlich halte man sich an die Regeln, betont Paul, glaubt jedoch, dass eine Corona-konforme Ausübung dieses Sports sehr wohl möglich ist. Nur zwei Bundesländer hätten die Golfplätze gesperrt – „NRW ist eines davon“.

Wegen der Corona-Krise ist der Golfplatz derzeit geschlossen.
Wegen der Coronakrise ist der Golfplatz derzeit geschlossen. © Berthold Fehmer © Berthold Fehmer

Die Bewegung sei besonders für die vielen älteren Mitglieder wichtig, sagt die Präsidentin, deren Verein rund 660 aktive Mitglieder zählt. „Plus Jugendliche sowie passive und ruhende Mitgliedschaften.“ Gerade jetzt, wo Urlaub nicht möglich sei, könne der Sport vielen helfen: „Auf dem Golfplatz ist jeder Tag ein Urlaubstag.“

Wann die Saison wieder startet, weiß im Verein niemand – dennoch wird der Platz für diesen Tag vorbereitet. Die Barrierefreiheit wolle man in Zukunft auf der Anlage erhöhen, sagt Paul. Dafür habe man auch Anträge auf Fördermittel gestellt, um beispielsweise die Wege zwischen den Plätzen auszubauen.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer

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