Schermbecker Gesamtschüler bekommen ihre Zeugnisse im Autokino

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Die 23. Abiturfeier der Gesamtschule sorgt in der Chronik der 31-jährigen Schule für einen besonderen Eintrag. Erstmals nicht in Kirche und Festhalle, sondern im Autokino wurde gefeiert.

Schermbeck

, 26.06.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Davon-Gang (=Abitur) von 88 Schülerinnen und Schüler mit dem Zeugnis der Hochschulreife fand am Donnerstag bei strahlendem Sonnenschein im Dorstener Autokino statt. Das Coronavirus hatte der Schule eine Fest-Alternative abverlangt. Dass es schließlich eine Veranstaltung wurde, die den Vergleich mit traditionellen Abi-Feten nicht zu scheuen braucht, verdankt der diesjährige Abschluss-Jahrgang dem Elternvertreter Oliver Katzenberger, der das beeindruckende Outdoor-Event einstielte.

Start mit einer Ökumenischen Andacht

Mit einer Ökumenischen Andacht, die von den beiden Pfarrern Klaus Honermann und Hans Herzog mit dem Lehrer Dennis Prause und den Abschlussschülern Anita Hußmann, Nicole Kolwitz, Hanna Schumacher, Pia Schwalenberg, Alexandra Stauch und Nina Becks gestaltet wurde und über die UKW-Frequenz 97,0 MHz in die vielen Autos übertragen wurde, begann die Feier.

Die offizielle Abiturfeier, deren Moderation Lehrerin Rita Kersting, die Abiturientin Alexandra Stauch und Sven Merkelbach vom Beratungsteam der Q2 übernahmen, eröffnete Schulleiter Norbert Hohmann mit einer Rückschau auf die Vorbereitungen und die Durchführung des Abiturs, welches unter dem Motto „ABIpunktur- ...jeder Punkt kostet Nerven“ stand. Aber es waren am Ende einer erfolgreichen zweijährigen Qualifikationsphase nicht die Punkte, die Nerven gekostet haben.

Demo gegen das Durcheinander

„Es waren die Corona-Pandemie und die nicht immer nachvollziehbaren Entscheidungen des Schulministeriums“, stellte Hohmann fest und listete eine Reihe von Daten auf, an denen Meldungen aus dem Ministerium für Stress in den Schulen sorgten. Hohmann erinnerte an die von den Schülern organisierte Demo gegen das ministerielle Durcheinander.

Viel Lob gab es vom Schulleiter: „Allen Widrigkeiten zum Trotz: Sie haben sich aufgerafft. Die Abiturprüfungen liefen entspannt, nahezu gemütlich. Sie waren durch Ihre Lehrerinnen und Lehrer gut vorbereitet. Sie sind über sich hinausgewachsen.“ Der Abiturdurchschnitt betrage bemerkenswerte 2,48. Zweimal sei sogar der Notendurchschnitt 1,1 erreicht worden.

„Sie können stolz sein, das Sie eine solche Schulleitung und Lehrer haben“, würdigte Bürgermeister Mike Rexforth das Agieren des Gesamtschulkollegiums in der Corona-Zeit, bevor er seinen Dank an die Eltern mit der Empfehlung verband, ihre Kinder auch weiterhin zu begleiten. Den Abiturienten legt Rexforth nahe, in Zukunft in der Gesellschaft „ungemütliche Geister“ zu sein, um so die Demokratie mitzugestalten.

„Starke Nerven gezeigt“

Der Schulpflegschaftsvorsitzende Oliver Katzenberger, der auch seinem Sohn Erik zum Abitur gratulieren konnte, erinnerte an die letzten Monate mit Homeschooling und mit Lernen auf Distanz. „Ihr habt nicht nur starke Nerven gezeigt und euch durchgebissen“, bescheinigte er den Abiturienten, „nein, ihr habt als mündige Bürger, zu denen ihr euch entwickelt habt, auch euren Protest kundgetan.“

In ihrer Rede erinnerte die Schülerin Marisa Brüninghoff an etliche Dinge, auf die die Abiturienten in spe wegen des Coronavirus verzichten mussten, bevor sie sich bei den Eltern und Lehrern für ihre Erziehungsarbeit bedankte. Zu ihren Mitschülern sagte sie: „Steht für das ein, was ihr vom ganzen Herzen für richtig haltet.“

In einer langen Reihe mussten die Schüler anstehen, um auf der Bühne von den Lehrern Matthias Trost, Rita Kersting und Norbert Hohmann ihre Zeugnisse und Rosen als Abschiedsgeschenk in Empfang nehmen zu können.

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