Coronavirus: Rat stimmt trotz Bedenken Sport-Projekten zu

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Investitionen in Sportstätten zu Beginn einer Coronakrise, deren wirtschaftliche Auswirkungen noch nicht absehbar sind? Mit dieser Entscheidung taten sich viele Ratsmitglieder schwer.

Schermbeck

, 05.05.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bereits im vergangenen Jahr hatte es Ärger um Zuschussanträge von Schermbecker Sportvereinen gegeben. Da war von einer Coronakrise noch nichts zu sehen. In der Zwischenzeit aktualisierten der SV Schermbeck, der TuS Gahlen und der Wassersportverein ihre Anträge, die mithilfe von 85-prozentiger Förderung Verbesserungen an den Sportanlagen ermöglichen sollen.

Eine Tartanbahn, eine Erneuerung der Rasenfläche und eine Aufwertung des Beachvolleyballfelds wünscht der SV Schermbeck. Der TuS Gahlen legte ein Konzept vor, das eine barrierefreie und energetische Sanierung der Turnhalle und Umkleideräume, einen Fitness-Park (Calisthenics), eine Mountainbike-Strecke sowie die Erneuerung der Flutlichtanlage vorsieht. Der Wassersportverein will das Hallenbad modernisieren und barrierefrei machen.

Die Gemeinde muss dazu, um Förderanträge zu ermöglichen, selbst als Projektträgerin auftreten und auch für die Eigenanteile einstehen. Etwa 51.000 Euro beim SV Schermbeck, rund 80.000 Euro beim TuS Gahlen sowie etwa 43.000 Euro beim WSV kämen zusammen.

„Einmalige Gelegenheit“

„Muss in diesen Zeiten unbedingt ein Fitnessparcours erstellt werden“, fragte Klaus Roth (BfB). Positiv sah er den WSV-Antrag auf barrierefreien Umbau des Hallenbads. Barrierefreiheit, so Bürgermeister Mike Rexforth, sei auch im Antrag des TuS Gahlen Thema. Er mahnte, dass viele der Aufgaben sowieso auf die Gemeinde zukämen und jetzt „eine einmalige Gelegenheit“ auf Förderung bestehe.

Auf Nachfrage von Ulrike Trick (Grüne), ob die geplanten Maßnahmen mit den Förderrichtlinien des Programms „Strukturentwicklung im ländlichen Raum“ vereinbar seien, sagte Rexforth, dass die Konzepte mit Vertretern der Bezirksregierung bei Ortsterminen vorbesprochen seien. Trick hakte nach zur „ungeklärten Situation des SV Schermbeck“, bei dem die Fußballabteilung eine Abspaltung plane. Derzeit habe man bei der Sportanlage einen Vertrag mit dem SV Schermbeck, so Rexforth. Man werde in Verträgen sicherstellen, dass die Sportstätten für die Zeit der Zweckbindung der Öffentlichkeit zugänglich seien.

Flutlichtanlage muss früher umgerüstet werden

Die Flutlichtanlage des SV Schermbeck soll allerdings schon früher mit maximal 20.463 Euro aus dem Gemeinde-Etat und Hilfe von Innogy auf LED umgerüstet werden. Es bestehe akuter Handlungsbedarf, so Rexforth. Wenn man jetzt nicht tätig werde, könne dies zur Einstellung des Sportbetriebs in der dunklen Jahreszeit führen. Laut Mitteilung von Michael Steinrötter, Vorsitzender der Fußball-Abteilung, seien bereits 40 Prozent der Lampen ausgefallen und „auch nicht mehr zu beziehen“.

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