Das ist aus den elf Strafverfahren wegen Drogen- und Waffenbesitzes geworden

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Vor einem Jahr kontrollierte die Polizei 17 Heranwachsende an zwei Orten in Schermbeck. Drogen und Waffen wurden gefunden, elf Strafanzeigen geschrieben. Was ist daraus geworden?

Schermbeck

, 12.06.2019, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Fall hat in Schermbeck für großes Aufsehen gesorgt. Am 13. Juni 2018 kontrollierten Kriminalbeamte und Zivilfahnder abends auf dem Schulhof der Maximilian-Kolbe-Schule sowie am Mühlenteich zwei Gruppen junger Menschen. Bei sechs Heranwachsenden auf dem Schulhof fanden sie Drogen, verschreibungspflichtige Medikamente und Pfefferspray. Am Mühlenteich fanden die Beamten ebenfalls bei fünf jungen Leuten Drogen, zwei Messer und ein Schlagwerkzeug.

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Ein großes Echo fand diese Durchsuchung unter anderem in den Sozialen Medien. Die Polizei nahm die Funde zum Anlass, weiter in Schermbeck zu kontrollieren, und wurde am 18. Juli 2018 noch einmal bei sechs Jugendlichen fündig, die ebenfalls für Drogenbesitz eine Strafanzeige erhielten. Damals, so ein Polizeisprecher, habe man aber Mengen gefunden, die nicht auf das Dealen hindeuteten.

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Beim ersten Zugriff am 13. Juni sei das anders gewesen, so der Sprecher. Ein Drogenhändler (damals 19) wurde am 21. Mai 2019 am Amtsgericht Wesel zu 30 Sozialstunden und einer Geldbuße von 400 Euro verurteilt. „Es sieht aus, als wenn Sie einen Gemischtwarenhandel betrieben hätten“, sagte die Richterin angesichts von 12 Gramm Marihuana, Ecstasy, Amphetamine und Oxycodon (ein starkes Opioid), die der Schermbecker ebenso dabei hatte wie eine Feinwaage, Druckverschluss-Tütchen und 270 Euro.

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Wir fragten bei der Justiz nach, was aus den anderen zehn Strafverfahren wurde. Ganz so einfach war das nicht, da die Ermittlungen und Verfahren in vielen Händen liegen. Was wir in Erfahrung bringen konnten:

Laut Jennifer König, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Duisburg, wurden an der Maximilian-Kolbe-Schule sechs Personen kontrolliert, eine blieb ohne Anzeige. Verurteilt wurde, wie bereits geschrieben, der Drogenhändler am Amtsgericht Wesel. Ein weiterer Heranwachsender stand am selben Tag ebenfalls in Wesel vor Gericht, wobei Margarete Funken-Schneider, Direktorin des Amtsgerichts, zu diesem Fall keine weiteren Informationen geben wollte, da es sich um eine jugendrichterliche Verhandlung gehandelt habe.

Reizstoffsprühgerät

Laut Jennifer König wurde ein weiterer Heranwachsender damals mit zwei Gramm Marihuana und einem Reizstoffsprühgerät aufgegriffen, der dafür mit zu Geldstrafe verurteilt wurde. Drei Verfahren seien nach Paragraf 31 des Betäubungsmittelgesetzes eingestellt worden. Einer hatte 1,25 Gramm Marihuana dabei, einer 1,06 Gramm Marihuana und ein weiterer 1,52 Gramm Marihuana.

Am Mühlenteich waren sieben Personen kontrolliert worden, fünf erhielten eine Strafanzeige. Zwei Verfahren wurden laut Jennifer König an die Staatsanwaltschaft Essen übergeben. „Die beiden genannten Verfahren richteten sich gegen damals 18- bzw. 19-Jährige und endeten mit jugendrichterlichen Auflagen beziehungsweise Weisungen“, so die Essener Oberstaatsanwältin Anette Milk auf Anfrage.

Ein Verfahren wurde laut König ebenfalls nach Paragraf 31 des Betäubungsmittelgesetzes eingestellt: Der Betreffende hatte 0,6 Gramm Amphetamine dabei, als die Polizei zuschlug. Zu einem weiteren Verfahren konnte König keine Angaben machen, weil die Akte derzeit versandt sei.

30 Gramm Marihuana

Bleibt noch ein ausstehender Fall, bei dem laut König der Betreffende mit 30 Gramm Marihuana aufgegriffen wurde. Dieses Verfahren sei allerdings eingestellt worden nach Paragraf 154 Strafprozessordnung. Dieser regelt die Teileinstellung bei mehreren Taten. Eingestellt worden sei das Verfahren, weil laut König „diese Tat angesichts einer anderen zu erwartenden Strafe nicht mehr ins Gewicht fallen würde“. Weitere Hintergründe dazu wurden trotz Nachfrage aber weder von der Staatsanwaltschaft Essen noch in Duisburg mitgeteilt.

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