Digitalisierung wird für Gesamtschule zum Mammutprojekt - Das kommt auf die Schüler zu

Digitalisierung

Die Digitalisierung wird für die Gesamtschule Schermbeck ein Mammutprojekt. 570.000 Euro soll der Umbau kosten - aber dann gibt es noch keinen Rechner und kein Tablet mehr in den Klassen.

Schermbeck

, 30.08.2019, 12:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Digitalisierung wird für Gesamtschule zum Mammutprojekt - Das kommt auf die Schüler zu

Bis die Schüler der Gesamtschule Schermbeck die digitale Infrastruktur ganz selbstverständlich im Unterricht nutzen können, ist es noch ein weiter und teurer Weg. © picture alliance / Arne Dedert

Die SPD hatte Ende 2019 den Antrag gestellt, dass die Verwaltung prüfen solle, wie man die Gesamtschule mit digitaler Infrastruktur ausrüsten könne. Das Planungsbüro, das bereits im Rathaus die digitale Infrastruktur geplant hatte, hat nun eine Kostenschätzung für die Gesamtschule vorgelegt.

Klar wurde bei mehreren Ortsterminen: „Ein zusätzliches Stromnetz muss errichtet werden, da das vorhandene Stromnetz durch zusätzliche Endgeräte zu stark überlastet wäre“, so Klaus Neumann von der Verwaltung. Das neue Stromnetz wird zum Kostentreiber, da für die Elektroverkabelung aller Gebäude 269.000 Euro nötig sind.

3500 Meter Stromkabel

Dafür sollen 3500 Meter Kabel verlegt, 530 Steckdosen gesetzt und 300 Kernbohrungen vorgenommen werden in Decken und Wänden, um die Leitungen zu führen. 500 Brandschutzabschottungen sind vorgesehen.

Auch die übrigen Zahlen sind beeindruckend: Gerechnet wird mit 32.000 Metern Netzwerkkabeln, die verlegt werden müssen. 638 Ports (Datenanschlusspunkte), 890 Gerätedosen, 1800 Meter Leitungs- oder Brüstungskanäle.

Neun Monate Bauzeit

Insgesamt ein Jahr soll die Fertigstellung dauern, die reine Bauzeit wären etwa neun Monate. „Die Baumaßnahme kann nicht ausschließlich in unterrichtsfreien Zeiten durchgeführt werden“, so Neumann. Man werde aber versuchen, die schmutz- und lärmintensiven Arbeiten (etwa das Bohren) in den Ferien und an Wochenenden durchzuführen.

Einige Klassenräume müssen teilweise gesperrt werden - die Schulleitung werde darauf aber flexibel reagieren. „Eine derartig komplexe Baumaßnahme ist nur umsetzbar, wenn alle Beteiligten so eng wie möglich und konstruktiv zusammen arbeiten“, so Neumann, der die Schulleitung eng in die Planungsschritte einbinden will.

570.00 Euro Gesamtkosten

Für die Netzwerk-Technik sind rund 225.000 Euro vorgesehen. An Nebenkosten sind 75.000 Euro eingeplant, sodass insgesamt rund 570.000 Euro am 12. September im Bau- und Liegenschaftsausschuss zur Debatte stehen. Die Bezirksregierung Düsseldorf habe bereits signalisiert, dass das Projekt förderfähig sei, so Neumann.

Wenn das Projekt so umgesetzt würde, sind in den 570.000 Euro aber noch nicht die Endgeräte eingepreist, die von Schülern und Lehrern benutzt werden: also Smartboards, Beamer, Rechner oder Tablets.

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