Dorstener soll jungen Mann erpresst haben

Gericht

Erpressung wurde einem 44-jährigen Dorstener vor dem Weseler Schöffengericht vorgeworfen. Doch ob der 24-jährige wirklich von dem Dorstener erpresst wurde, konnte noch nicht festgestellt werden.

SCHERMBECK/DORSTEN

von Von Helmut Scheffler

, 16.03.2012, 17:53 Uhr / Lesedauer: 1 min

Den zweiten Teil des Gespräches hörte die Ex-Freundin des jungen Schermbeckers mit, weil ihr Freund das Handy laut gestellt hatte. Sie konnte aus dem Gesprächsinhalt zwar erschließen, dass hier ein Vater für seinen Sohn sprach, aber sie konnte auf Nachfrage des Verteidigers nicht zweifelsfrei klären, ob der Vater oder der Stiefvater angerufen hatte. In dieser Phase bot der Richter dem Verteidiger des Angeklagten an, entweder das Verfahren „auf kleiner Flamme zu kochen“ oder aber das Verfahren im Rahmen einer Hauptverhandlung in Wesel oder beim Schöffengericht fortzusetzen. Der Richter signalisierte eine Strafe in Höhe von weniger als 90 Tagessätzen. Knapp zwei Minuten berieten der Angeklagte und sein Verteidiger vor der Tür das „Angebot“, dann erklärte der Verteidiger, sein Mandant könne keine Schuld übernehmen, „weil er nichts getan hat“. Zur erneuten Hauptverhandlung soll nun der Stiefvater eingeladen werden, um zu klären, ob er vielleicht für seinen Stiefsohn die Erpressung gegenüber dem Schermbecker ausgesprochen hat. Außerdem soll der Sohn des Angeklagten erklären, ob Vater oder Stiefvater angerufen hat. Er muss es eigentlich wissen, weil er in einem Telefonat von der Verärgerung seines „Vaters“ gesprochen hatte. 

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