Firmenchef fordert Konjunkturprogramm für Mittelstand

SCHERMBECK Wegen der katastrophalen Auftragslage fordert ein Schermbecker Firmenchef von der Bundesregierung jetzt ein Konjunkturprogramm für den Mittelstand. Bei einer sehr frontalen Nachhilfestunde für den Wirtschaftsförderungsausschuss in seinem Unternehmen sagte Dr. Manfred Gössling: . „Wir haben einen Auftragseinbruch von 50 bis 70 Prozent."

von Von Michael Klein

, 26.03.2009, 14:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Firmenchef fordert Konjunkturprogramm für Mittelstand

Förderbänder sind die Spezialität der Firma Gössing in Schermbeck.

„Wir beliefern alle Branchen, aber alle Branchen liegen am Boden. Keiner kauft im Augenblick die Maschinen.“ Er wisse nicht gegenzusteuern. Derzeit kämpft er für einen Großauftrag in Polen, ein Produkt für die Schrottentsorgung. „Da haben wir aber tschechische, polnische Mitbewerber, die arbeiten mit ganz anderen Löhnen.“ In den USA bietet er Maschinen mit nochmaligen Rabatten an: „Wir brauchen Umsatz.“ Manfred Gößling ist besonders schlecht auf Angela Merkel zu sprechen. „Die Großen kriegen Geld vom Staat, aber ein Programm für den Mittelstand gibt es nicht.“ Der Firmenchef forderte zinslose Darlehen für fünf Jahre. „Das würden wir bestimmt zurückzahlen.“ Drei Firmenhallen besuchten die Ausschuss-Mitglieder. Die Produktionsstätte für die Förderanlagen und die Zentrifugen („unser Devisenbringer“). Diejenige für den neuen Firmen-Schwerpunkt, die Automatisierungsanlagen mit Bilderfassung und Computertechnik, deren Entwicklung durch den Zukauf einer Firma aus Lette und deren komplettes Engineering möglich geworden ist. In der dritten Halle ist die Stahlbearbeitung konzentriert, die die Firma inzwischen selbst übernimmt: „Durch die kurzen Wege wird die Fehlerquote minimiert“.

Gerne würde der Firmenchef neue Hallen bauen, einen neuen Verwaltungstrakt: „Aber daran ist aktuell nicht zu denken, wir können die Belastungen gar nicht aufbringen. Im Augenblick ist der Erhalt der Arbeitsplätze das Allerwichtigste.“

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