"Flott voran" übergab Vermögen an die Gemeinde

Akkordeonclub

Bis zum Schluss hatte der Akkordeonclub "Flott voran" um sein Überleben gekämpft und Nachwuchs gesucht. Vergeblich. Am Mittwoch übergaben drei Damen aus dem Vorstand das Vermögen des Januar 2013 aufgelösten Clubs an Bürgermeister Mike Rexforth.

SCHERMBECK

, 18.02.2015, 17:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
"Flott voran" übergab Vermögen an die Gemeinde

Simone Hülsmann (l.), Helga Funke-Upgang (2.v.l.) und Karin Frerick (r.) übergaben am Mittwoch 2066 Euro, das Vermögen des aufgelösten Akkordeonclubs "Flott voran" an Bürgermeister Mike Rexforth.

2066,30 Euro bekam Bürgermeister Mike Rexforth am Mittwochnachmittag überreicht. Dennoch sagte er: „Es gibt schönere Veranstaltungen.“ Denn das Geld ist das Restvermögen des aufgelösten Akkordeonclubs „Flott voran“. Wie berichtet, hatte sich der Akkordeonclub, der 1980 gegründet wurde, vor einem Jahr per Beschluss bei der Jahreshauptversammlung aufgelöst. Die Vorsitzende Sonja Krämer ließ sich bei der letzten Amtshandlung entschuldigen – sie hatte am Montag ihr zweites Kind bekommen. „Sonst wäre sie gerne da gewesen“, sagte zweite Vorsitzende Helga Funke-Upgang, die den Bürgermeister darüber informierte, dass der Akkordeon-Club seine Sachwerte, etwa Musikanlage, Mikrofone oder Schlagzeug, im vergangenen Jahr der Gesamtschule Schermbeck überreicht habe.

Geld für den Nachwuchs

Das Geld des Vereins, so hatten die Mitglieder in der Jahreshauptversammlung es gewünscht, solle nach Möglichkeit für die Jugendfeuerwehr Schermbeck, die musikalische Früherziehung in den Schermbecker Schulen und Kindergärten sowie der Uefter Volkstanzgruppe übergeben werden, so Funke-Upgang. Rexforth versprach, sich darum zu kümmern, wenngleich er noch nicht beantworten könne, ob die Entscheidung über die Mittel beim Bürgermeister oder bei der Politik liege. Er bedauere jedenfalls die Auflösung der Akkordeongruppe. „Ich bin mit dem Akkordeonclub groß geworden. Sonntagmorgens beim Kilian-Frühschoppen spielte der Akkordeonclub immer mit der Blaskapelle Einklang im Wechsel.“ Dass man in den vergangenen zwei Jahren auf den Akkordeonclub verzichten musste, nannte Rexforth „fast schon einen Brauchtumsbruch“.

"Beim Akkordeon muss man arbeiten"

Zu Spitzenzeiten habe der Akkordeonclub bis zu 30 Mitglieder gehabt, erzählt Funke-Upgang – am Ende waren es noch acht plus Dirigent. Spielfähig war bei Konzerten nicht mehr, als von den acht Mitgliedern auch noch vier Damen ein Kind bekamen. „Es war nicht so, als ob wir kampflos aufgegeben haben“, sagte Funke-Upgang. So habe man versucht, in den Schulen Nachwuchs zu finden – leider seien die Kinder aber nicht dauerhaft bei der Sache geblieben. „Beim Akkordeon muss man arbeiten, damit da Musik rauskommt“, sagt Funke-Upgang im Vergleich etwa zu einem Keyboard. Viele Vereine hätten derzeit Nachwuchssorgen, sagte Rexforth. „Es ist sicherlich auch schwierig, wenn das Instrument nicht gerade hip ist.“

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