"Flüchtiger Blick" auf 20 Bilder

SCHERMBECK In der "Kleinen Galerie" des Marienheims eröffnete Einrichtungsleiter Klaus Optenhövel die Ausstellung "Ein flüchtiger Blick". Gezeigt werden 20 Bilder der Künstlerin Kerstin Rogalla.

von Von Helmut Scheffler

, 17.07.2008, 17:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kerstin Rogalla zeigt 20 Bilder im Foyer des Marienheims.

Kerstin Rogalla zeigt 20 Bilder im Foyer des Marienheims.

Beim Rundgang durch die Ausstellung im Foyer des Marienheims wird der Titel der Ausstellung deutlich. Die Künstlerin zeigt Momentaufnahmen von Situationen, in denen sich bestimmte Personengruppen befinden. Ein Boot voller Menschen zeigt unter dem Titel "Im Boot" eng aneinander gekauerte Menschen, deren dunkelhäutige Gesichter nur in Konturen zu erkennen sind, als habe jemand sie nur flüchtig gesehen. Erst bei genauem Betrachten schimmert aus dem flüchtigen Blick auf die Personen über den Weg des Deutens von Körperhaltungen die Ahnung hindurch, dass hier Menschen voller Angst auf der Flucht sind.

Vor wem fliehen diese Menschen? Wo wollen sie hin? Das Bild gibt keine Erklärungen, setzt Assoziationen frei an die in den Medien häufig veröffentlichten Berichte über afrikanische Flüchtlinge, die auf der Suche nach besseren Lebensverhältnissen mit kleinen Booten übers Meer fahren. So wird unvermittelt aus flüchtigem Blicken ein nachdenkliches Betrachten, ein Prozess, bei dem die Emotionen des Betrachters einbezogen werden.

Nöte verdeutlicht

Das Thema "Flucht" entdeckt man beim Rundgang noch an einer weiteren Stelle: Ein Mensch, dem die pure Angst, entdeckt zu werden, ins Gesicht geschrieben steht, lässt den Betrachter nach der Ursache suchen. Kerstin Rogalla sensibilisiert die Betrachter für die Nöte ihrer Mitmenschen, denen sie allerdings nur in den wenigsten Fällen konkrete Gesichter verleiht. In kritische Situationen kann schließlich jeder geraten, steckt als Botschaft in solchen Bildern. Die Künstlerin hat solche Erfahrungen von extremen Ängsten in Zeiten einer schweren Erkrankung selbst machen können. Öl und Pastellfarben

Die meisten Bilder hat die ausgebildete Krankenschwester Kerstin Rogalla in Öl oder Pastellfarben erstellt. Ihre Vorliebe für warme Farben erleichtert die Einblicke in die Schicksale der Menschen, die jenseits des flüchtigen Blickes auf Momentaufnahmen entdeckt werden wollen.

Klaus Optenhövel hofft, dass möglichst viele Schermbecker in die noch junge "Kleine Galerie" kommen, Der Eintritt ist frei, und man kann im kleinen Café nebenan auch noch recht gemütlich sitzen und plaudern.

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