Flüchtlinge sollen weitere Hilfe für die Integration erhalten

Schermbecker Flüchtlingssituation

Iraker (58) und Syrer (48) stellen die größten Gruppen unter den derzeit 225 Flüchtlingen in Schermbeck. Neue Zahlen der Verwaltung zeigen, wie viele von ihnen bereits im Berufsleben stehen.

Schermbeck

, 24.03.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anlass für diese Zusammenstellung war der Vorschlag der Verwaltung, einen zusätzlichen Sozialarbeiter zur Integration von Flüchtlingen auf zwei Jahre befristet einzustellen. Das sei bezahlbar mit der Integrationspauschale des Landes, so Bürgermeister Mike Rexforth Anfang März im Sozialausschuss. „Mir fehlt ein Überblick zur Flüchtlingssituation“, entgegnete Hubert Große-Ruiken (CDU) und regte an, zunächst einen Statusbericht zu erstellen.

Für die Sitzung des Ausschusses am 3. April liegt dieser Bericht nun vor. Demnach gibt es aktuell 225 Flüchtlinge in Schermbeck, 158 Männer und 67 Frauen. 71 haben eine Aufenthaltsgestattung, 42 sind Subsidiär Schutzberechtigte, 40 als Flüchtlinge anerkannt, 34 durch Familiennachzug nach Schermbeck gekommen. 20 werden geduldet, 9 unterliegen dem Abschiebeverbot, 8 haben eine Aufenthaltserlaubnis und bei einem ist der Asylantrag anerkannt.

123 der Flüchtlinge haben grundsätzlich Anspruch auf SGB II-Leistungen. Die Grundsicherung für Arbeitssuchende umfasst Beratungs- und Eingliederungsmaßnahmen in Ausbildung oder Arbeit durch das Jobcenter. Sieben Flüchtlinge erhalten Jugendhilfe. Vier haben Anspruch auf Leistungen der Sozialhilfe.

Gemeinde ist für 91 Asylbewerber zuständig

Die Gemeinde Schermbeck ist für 91 Asylbewerber nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zuständig - das sind vor allem die mit Abschiebeverbot, Aufenthaltsgestattung oder Duldungsstatus.

23 von diesen sind beschäftigt, 18 gelingt es, mit ihrem Einkommen aus einer Beschäftigung ihren Lebensunterhalt sicherzustellen. 23 gehen keiner Beschäftigung nach, unter anderem wegen Behinderungen oder aus Altersgründen. Hinzu kommen 19 Schüler/Kinder sowie sechs Mütter ohne Beschäftigung mit Kleinkindern. Teilweise ist auch aus rechtlichen Gründen keine Beschäftigungsaufnahme möglich: Zwei Flüchtlinge sitzen etwa in Abschiebehaft, zwei sind zur Ausreise verpflichtet.

Schaut man sich die Arbeitsverhältnisse an, fällt auf, dass überwiegend Hilfsarbeiten von den Flüchtlingen erledigt werden. Acht arbeiten als Lagerhilfsarbeiter bei Zeitarbeitsfirmen, vier in der Gastronomie, vier als Bauhelfer.

Ausbildung zum Koch oder in einer Rechtsanwaltskanzlei

Zehn Flüchtlinge machen eine Ausbildung. Etwa zum Koch, zur Fachkraft Lagerlogistik, in einer Rechtsanwaltskanzlei, im Holzbau, im Gartenbaubetrieb oder in einem Schuh- und Orthopädiebetrieb.

Laut einem Bericht der Caritas leben 147 Schermbecker Flüchtlinge in 42 von der Gemeinde angemieteten Wohnungen. Dies diene der Integration, bringe „neue Probleme mit sich, da die Anforderungen in einer eigenen Wohnung höher sind als in den Übergangsheimen“, so der Bericht. Das Zahlen der Miete, die Anmeldung von Strom, Wasser, GEZ-Gebühren bedeuten auch bürokratische Hürden.

Leben in Wohnungen ist schwieriger

Gleichzeitig muss das Zusammenleben mit den Nachbarn geregelt werden oder beispielsweise die Mülltrennung und -abholung. „Das Leben in einer eigenen Wohnung ist für unsere Familien oftmals mit viel größeren Schwierigkeiten behaftet als in einer der Gemeinschaftsunterkünfte“, so die Caritas.

Ihnen soll die „aufsuchende Hilfe“ durch einen zusätzlichen Sozialarbeiter helfen, Probleme im Wohnumfeld, der Finanzen, Tages- und Wochenstruktur sowie bei Krankheiten zu meistern. Auch die Beziehung der Familienmitglieder wird dabei begutachtet, um mögliche Erziehungsschwierigkeiten zu vermeiden oder sozialpädagogische Hilfe anbieten zu können. Bei Behörden- oder Arztbesuchen oder im Kontakt mit potenziellen Arbeitgebern soll der Sozialarbeiter ebenfalls helfen.

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