Förderfirmen lassen Finger von Fracking - zumindest fast

Info-Abend

Die Angst vor Fracking, dem womöglich umweltschädlichen Gasförderverfahren in heimischen Gesteinsformationen, hat inzwischen auch die Bevölkerung Schermbecks und seiner Nachbargemeinden erfasst. Bei einem Infoabend nahmen Vertreter der förderwilligen Firmen Abstand von der umstrittenen Methode – wenn auch nicht ganz.

SCHERMBECK

von Von Helmut Scheffler

, 12.04.2011, 18:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Interesse am Info-Abend war enorm. 60 Schermbecker kamen.

Das Interesse am Info-Abend war enorm. 60 Schermbecker kamen.

Doch ganz ausschließen wollte Hagenguth dann doch nicht, dass die umstrittene Methode angewendet würde – an einzelnen Stellen und nur, wenn es absolut erforderlich sei. Dabei wolle man dann aber umweltschonende Methoden anwenden, die das Trinkwasser nicht gefährden. Angela Herzberg von der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft und Günter Elting als Betriebsleiter der Wasserwerke Wittenhorst äußerten trotzdem Bedenken gegen die Gasgewinnung. Beide Unternehmen sind für die Wasserversorgung des Schermbecker Raumes zuständig.

Angela Herzberg verwies auf die Gefahren, die sich bereits durch Erkundungsbohrungen für das 200 Quadratkilometer große Gebiet der Wasserförderung ergeben. Es würden jene Tonschichten durchstoßen, welche das Grundwasser bislang weitgehend schützten. Die Wasserwerke sehen darin eine Gefahr für die Qualität künftigen Trinkwassers. Martin Wegner vom Bereich Bauern, Planen, Umwelt und Landwirtschaft des Kreises Wesel berichtete, dass die Bezirksregierung Arnsberg als Genehmigungsbehörde den Kreis Wesel erst am 8.2. über den Antrag zur Gasförderung informiert habe. Innerhalb von zehn Tagen habe der Kreis eine Stellungnahme abgeben müssen.

 erforderlicherforderlich „Eine Umweltverträglichkeitsprüfung ist unbedingt erforderlich“, stellte Wegner fest. Im Spätherbst sei eine Veranstaltung des Kreises in Zusammenarbeit mit der Arnsberger Bezirksregierung geplant. Derzeit läuft ein „Antrag auf Aufsuchung“ von Gas. Wird dieser Antrag genehmigt, wird es einen Antrag auf Probebohrungen geben. Erst nach dessen Genehmigung kann die Gewinnungsberechtigung beantragt werden.

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