Frischer Wind für die Nachbarschaftsberatung in Schermbeck

mlzBüro an der Kempkesstege

Mit einer angehenden Pflegewissenschaftlerin soll die Nachbarschaftsberatung in Schermbeck vorangebracht werden. Seit 2. Juni ist die Expertin im Dienst.

Schermbeck

, 09.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fünf Wochen nach Beginn ihrer Beschäftigung am 2. Juni als neue Koordinatorin der Nachbarschaftsberatung (NBB) stellte sich Sandy Krischok am Donnerstag im Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde an der Kempkesstege 2 vor.

Dort befindet sich der Arbeitsplatz der Koordinatorin, deren Anstellung möglich wurde, weil das LEADER-Projekt der Nachbarschaftsberatung unter der Trägerschaft der Evangelischen Stiftung Lühlerheim und des Diakonischen Werkes des Kreises Wesel fortgesetzt wird.

Im Dezember 2019 wurde die Stelle für eine berufserfahrene Person aus dem Bereich Krankenpflege ausgeschrieben, die „Lust hat, in einem sinnvollen Zukunftsprojekt mit Menschen zu arbeiten.“ Mehr als zehn Bewerber meldeten sich. Den Zuschlag für die bis zum 30. September 2021 befristete Stelle erhielt die 41-jährige Sandy Krischok.

Die gebürtige Thüringerin wuchs in Duisburg auf. Nach Ausbildung und Arbeit als Altenpflegerin begann sie 2018 an der Evangelischen Hochschule in Bochum ein praxisorientiertes Studium der Pflegewissenschaften. Derzeit befindet sie sich im vierten Semester. Sandy Krischok wohnt mit Mann und Kind in Duisburg.

Nachbarschaftsberatung ist kein Schreibtischjob

An der Kempkesstege soll die NBB-Arbeit neu gestaltet werden. Soziale Beratung, Vermittlung von Hilfsangeboten, Themenwerkstätten und Workshops für ältere Bürger sowie deren pflegende Angehörige sind Bausteine der NBB. „Ich werde nicht die ganze Zeit am Schreibtisch sitzen“, verwies Sandy Krischok auf ihre Absicht, mit vielen Gruppen in Kontakt zu treten, die sich in irgendeiner Form mit der Arbeit für ältere Menschen befassen. Montags von 16 bis 19 Uhr und freitags von 9 bis 12 Uhr sowie nach Vereinbarung ist sie an der Kempkesstege erreichbar unter Tel. (02853) 9560886.

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„Die NBB ist komplexer geworden“, bewertet Theo Lemken als Vorstand der Stiftung Lühlerheim das Arbeitsfeld. Es gehe nicht nur um das Thema Pflege, sondern um eine umfangreiche Beratung. „Es soll ein Stück weit in Richtung Gemeindeleben gehen“, ergänzte Jürgen Orts als Geschäftsführer des Diakonischen Werkes. Das passt zum Netzwerk der Georgsgemeinde, das vor zehn Jahren gegründet wurde und im Gemeindehaus beheimatet ist.

Viele Gruppen haben schon Unterstützung zugesagt

Die coronabedingten Einschränkungen bremsen Sandy Krischok derzeit noch ein wenig aus, aber die ersten Besuche bei Ärzten und Einrichtungen der Pflegeberatung fanden schon statt. Auch dem Gemeinderat hat sie sich schon vorgestellt. Im Gespräch mit ehemaligen ehrenamtlichen Mitarbeitern der NBB wurde ihr eine weitere Unterstützung zugesagt. Am 19. August wird sie sich dem Netzwerk vorstellen.

Ihr künftiges Angebot richtet sich an ältere Menschen, die Unterstützung in den unterschiedlichsten Bereichen des Alltags benötigen. Das reicht vom Ausfüllen von Anträgen über die Hilfestellung bei Behördengängen bis hin zur Beantwortung von Fragen und dem Vermittlungsbedarf im Themenkomplex Pflege. Krischok möchte auch die pflegenden Angehörigen erreichen, weil diese „Hauptpflegestelle der Nation“, so Krischok, „gerade in Corona-Zeiten durch den Ausfall einzelner Unterstützungsmaßnahmen zusätzlichen Belastungen ausgesetzt ist.“ Derzeit arbeitet sie an der Einrichtung eines Angehörigenstammtischs.

Ein weiterer Baustein der NBB besteht in Schulungsangeboten oder Workshops für Betroffene und interessierte Mitbürger. Die Inhalte sollen sich vor allem mit der Versorgung und dem Alltag älterer Menschen in den eigenen vier Wänden beschäftigen.

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