Gahlener Bürgerforum kritisiert das Wolfsmonitoring des LANUV

Wolf

Das Gahlener Bürgerforum fordert das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz auf, das Wolfsmonitoring ernst zu nehmen.

Schermbeck

, 13.11.2018, 12:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Gahlener Bürgerforum fordert das LANUV auf, das Wolfsmonitoring ernst zu nehmen.

Das Gahlener Bürgerforum fordert das LANUV auf, das Wolfsmonitoring ernst zu nehmen. © Patrick Pleul/dpa

Einem offenen Brief an Präsident Dr. Thomas Delschen hat das Bürgerforum zwei selbstgeführte Listen mit 50 Rissen und 22 Vorkommnissen beigefügt. „Wir hätten gerne ein Gespräch mit Ihnen geführt, um einmal unsere Liste mit Rissen und Vorkommnissen mit Ihnen abzugleichen.“

Infoveranstaltung in Hünxe

LANUV-Sprecherin Birgit Kaiser de Garcia sagt auf Nachfrage, dass Delschen den Brief beantworten werde, verweist aber auch auf die zweite Bürgerversammlung am Mittwoch (14. November) um 19 Uhr in der Aula der Gesamtschule Hünxe, In den Elsen 34, wo Delschen, aber auch Fachleute vom Umweltministerium sowie der Bezirksregierung die Fragen der Bürger beantworten wollen.

Keine Meldung ans LANUV

Bei Wolfssichtungen wie der an der Hegestraße in Kirchhellen am 8. November sieht das Bürgerforum das LANUV in der Aufgabe, umgehend jemanden zu entsenden, um Zeugenaussagen, Fotos, Trittsiegel oder andere Beweismittel zu sammeln. „Wie sonst wollen Sie ein auffälliges Verhalten des Wolfes ausschließen?“

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Kaiser de Garcia sagt, das LANUV habe erst aus der Presse von dieser Wolfssichtung erfahren, obwohl man die Kontaktdaten von Wolfsberatern oder Bereitschaftszentrale stets kommuniziert habe. Einen echten Beleg, etwa ein Foto vom Wolf oder von einem Trittsiegel, habe es bei diesem konkreten Fall nicht gegeben. Und grundsätzlich hätten die Nutztierrisse, da, wo Schaden entstanden sei, bei der Bearbeitung Priorität.

„Auffälliges Verhalten“

Das Bürgerforum sieht darin, dass die Wölfin sich immer wieder in die Nähe von Menschen wage, ein auffälliges Verhalten. Deshalb fordert es, die Wölfin mit einem Sender ausgestattet werde. Das sei derzeit nicht geplant, sagt Kaiser de Garcia. Es gebe derzeit viele Hinweise auf Wolfssichtungen, aber ohne Indizien könne das LANUV das nicht nachprüfen. Und es habe in der Vergangenheit auch Fälle gegeben, in denen es am Ende ein Husky gewesen sei.

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Für „irreführend und nicht ausreichend“ hält das Bürgerforum die Listenführung des LANUVs und fordert, diese an die Gepflogenheiten in Sachsen anzupassen. „Wenn der Riss per DNA aus welchem Grund auch immer nicht eindeutig dem Wolf zuzuordnen ist, ist er nicht automatisch einem Hund zuzuordnen.“

Es müssten auch pathologische Ergebnisse in die Bewertung einfließen: „Bei Kehlbissen oder herausgerissenen Darmstücken ist zumindest der Wolf nicht auszuschließen – seit 20 Jahren gab es hier in der Region keinen vergleichbaren Hunderiss!“

Wolfssichtungen melden kann man beim LANUV werktags unter Tel. (02361) 3050, außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende unter Tel. (0201) 71 44 88.

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