Gerhard Becks erhält das Bundesverdienstkreuz - und spricht über seine schwere Krankheit

mlzBundesverdienstkreuz

Der Gahlener Gerhard Becks hat am Dienstag von Landrat Ansgar Müller das Bundesverdienstkreuz erhalten. Gewohnt humorig kommentierte Becks diese Ehre und sprach über seine schwere Krankheit.

Schermbeck

, 03.12.2019, 15:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Rathaus hatten sich rund 30 Gäste, Familie und Wegbegleiter, von Gerhard Becks eingefunden, der von allen eigentlich immer nur „Gerd“ genannt wird. In der Feierstunde fasste Landrat Ansgar Müller die vielfältigen Verdienste zusammen, die Becks auszeichneten.

Becks war unter anderem tätig als Küster, Presbyter, Oberst und Zahlmeister im Schützenverein, Nikolaus, Schauspieler, Plattdeutsch-Lehrer, Handwerker der Rentnertruppe des Heimatvereins, Fußball-Trainer, Kirchenchor-Sänger und -Notenwart sowie als Auktionator beim Schafsmarkt. Müller: „Alljährlich leiteten Sie die Versteigerung der Schafe auf der Gahlener Kirmes, wobei Sie die Anwesenden zum Lachen und so manchen Euro in die Kasse des Junggesellenvereins brachten.“

Vorbild

Müller drückte seine Hoffnung aus, dass sich auch in Zukunft viele Menschen bereit erklärten, „sich ähnlich ehrenamtlich zu engagieren, wie Sie es in vorbildlicher Weise getan haben“.

Bürgermeister Mike Rexforth sagte zum gelernten Elektriker Gerd Becks: „Du bist der Schalter. Wenn der Schalter umgelegt ist und der Strom fließt, hält den keiner mehr auf.“ Becks habe mit seiner Art viele Bürger so motiviert, „da musste man einfach mitmachen.“

„Du bleibst bei jedem Kind stehen“

Mit seinen Kindern sei Rexforth schon mehrmals beim Nikolauszug in Gahlen gewesen. „Dir ist völlig egal, wie weit die Feuerwehr ist mit ihren Fackeln. Die müssen dann immer warten. Du bleibst bei jedem Kind stehen.“ Vom Bürgermeister gab es dann auch noch einen Blumenstrauß und ein Geldgeschenk. Seniorenbeiratsvorsitzender Friedhelm Stoltenberg hatte als Geschenk das Buch „Was ein Einzelner vermag“ mitgebracht. „Wir sind stolz, dass Sie bei uns sind.“

Becks dankte, sichtlich gerührt, den Menschen, die dafür gesorgt hatten, dass er die Auszeichnung erhielt: Stefan Steinkühler und Jürgen Höchst vom Heimatverein. „Seit 2017 lief das wohl, ich habe aber erst nichts mitgekriegt.“ Erst im Sommer dieses Jahres habe er einen braunen Brief vom Landrat erhalten. „Ich habe gedacht: Oh, Gerd! Bist du wieder zu schnell gefahren?“

Krankheit kam dazwischen

Eigentlich hätte Becks die Auszeichnung schon im September erhalten sollen. Doch seine Krebserkrankung und ein Klinikaufenthalt in Münster kamen dazwischen. Becks: „Die waren drauf und dran, nach Münster zu kommen und mir die Medaille ans Nachthemd zu hängen.“ Sein Neffe Ralf Becks, „meine Bezugsperson“, habe aber gesagt: „Der kommt wieder nach Hause.“

Durch die Chemotherapien sei er schmaler geworden und habe etwas weniger Haare, so Becks. „Wenn ich sagen würde, mir geht’s gut, hätte ich gelogen. Ich bin froh, dass ich hier stehen kann.“ Es sehe allerdings „nicht ganz so gut aus, ob ich weiter so aktiv mitarbeiten kann“. Er müsse nun ein bisschen kürzer treten, aber es gebe viele Leute im Umfeld, die ihn unterstützten. „Ich habe es immer gerne gemacht. Wenn ich wieder besser drauf bin, werde ich versuchen, wieder ein bisschen aktiv zu sein.“

„Es tut gut, wenn man diese Zuwendung bekommt“

Becks dankte auch seiner Familie und Wegbegleiterin für die Unterstützung, als er krank wurde. „Es tut einfach gut, wenn man diese Zuwendung bekommt. Es hilft einem einfach.“

Becks lud die Gäste zum gemütlichen Ausklang der Feierstunde in die Gahlener Gaststätte Benninghoff ein. Die lobenden Worte, die Aufzählung seiner vielen Verdienste kommentierte Becks (76) humorvoll, wie man ihn kennt: „Wenn ich mir das hier so angehört habe, müsste ich normalerweise schon 100 Jahre alt sein.“

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