Gesamtschüler zeigen das erste Poetry Slam-Theater der Welt

Poetry Slam

Zum fünften Poetry Slam hatten sich die Schermbecker Gesamtschüler am Donnerstag etwas Besonderes ausgedacht: das erste Poetry Slam-Theater der Welt.

Schermbeck

, 06.04.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ins Poetry Slam-Theater im YOU luden Rebecca Riffer, Kerstin König, Paula Lensing und Martin Buchmüller (sitzend v.l.) ebenso ein wie Konstantin Spyrou (stehend l.), Phil Aschenbrenner (stehend 3.v.r.), Alexandra Stauch (r.) und der Projektleiter Julian Gauda (2.v.r.) ein.

Ins Poetry Slam-Theater im YOU luden Rebecca Riffer, Kerstin König, Paula Lensing und Martin Buchmüller (sitzend v.l.) ebenso ein wie Konstantin Spyrou (stehend l.), Phil Aschenbrenner (stehend 3.v.r.), Alexandra Stauch (r.) und der Projektleiter Julian Gauda (2.v.r.) ein. © Helmut Scheffler

Bislang war es so gewesen, dass im YOU die Schüler nacheinander ans Mikrofon traten, ihre Texte vortrugen und anschließend ein Wettbewerbssieger ermittelt wurde. Auf den Wettbewerbscharakter wurde nun völlig verzichtet.

Auf die zweistündige Präsentation hatten sich die sieben Schüler Rebecca Riffer, Kerstin König, Paula Lensing, Martin Buchmüller, Konstantin Spyrou, Phil Aschenbrenner und Alexandra Stauch monatelang mit Deutschlehrerin Sandra Czechleba (-Rosorius) und Projektleiter Julian Gauda vorbereitet. Dazu gehörte auch im Februar ein zweitägiges Literatur-Event im YOU, bei dem sich die Schüler kreativ mit den Möglichkeiten des sprachlichen Ausdrucks auseinandersetzten und die Veranstaltung planten.

„Reden ist nicht genug“

Drei Szenarien bildeten am Donnerstag im YOU den Rahmen für die sprachlichen Kreationen der Schüler. Eine Bushaltestelle, ein Einkaufszentrum und eine Bibliothek waren mit einfachen Mitteln aufgebaut worden. „Reden ist nicht genug“, hieß das Motto für alle Texte. Genaues Beobachten typischer Abläufe war die Vorgabe für die Texte.

Kirsten König betrachtete das Smartphone als Freund und Feind zugleich. Paula Lensing suchte nach dem unsichtbaren Elefanten als Symbol für Menschen mit unangenehmen Eigenschaften. Konstantin Spyrous machte deutlich, dass der Ärger über das Zuspätkommen eines Busses wenig bringt, wenn man selbst die Abfahrt verschläft. Paula Lensing nahm die Zuschauer mit in eine Welt voller Druck und Stress. Rebecca Riffer nahm sie mit in die Bibliothek, die ein Reich für grenzenlose Träume darstellt.

Träume von einem besseren Schulsystem

Alexandra Stauch machte sich an der Bushaltestelle fantasievolle Gedanken über eine mögliche Beziehung zu einem jungen Mann, der wenig später die Straße überquerte, um seinen männlichen Freund innig zu umarmen. Phil Aschenbrenner sträubte sich im Einkaufszentrum gegen übermäßigen Konsum. Martin Buchmüller träumte von einem besseren Schulsystem. Und Kirsten König nutzte die 23-minütige Wartezeit an der Bushaltestelle für Überlegungen, worauf ein Großteil der Menschen in seinem Leben oftmals vergeblich wartet. Phil Aschenbrenner beschrieb in der Bibliothek eindrucksvoll einen Menschen, der sich ausgegrenzt fühlt.

Der Applaus der Besucher belohnte die Schüler für ihre Kreativität. Für Musik sorgte die neue Gesamtschul-Band „Puzzle“, die sich mit Lehrerin Jennifer Wiesmann auf den Auftritt vorbereitet hatte und am Donnerstag von Lehrerin Kristina Baf-Goral begleitet wurde. Mayra Nissing, Patricia Hülsmann, Paul Hofmann, Theodora Langenbrink, Simon Wilsing, Rebecca Riffer, Jonathan Kronen, Konstantin Spyrou, Roman Kühne, André Preuß und Marvin Vennhoff erhielten sehr viel Beifall für ihre musikalischen Darbietungen.

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