Giftige Bohrschlämme werden in Hünxe deponiert

Besonders gesicherte Deponie

Belastete Bohrschlämme aus der niedersächsischen Erdöl- und Erdgasförderung sollen weiter in Nordrhein-Westfalen deponiert worden. Laut einem Bericht des NRW-Umweltministeriums für den Landtag ist für 2016/2017 die Entsorgung ölhaltiger Bohrschlämme in einer besonders gesicherten Deponie der Klasse III in Hünxe vorgesehen.

HÜNXE

07.04.2016, 09:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bohrschlämme aus Niedersachsen sollen auch in Hünxe gelagert werden.

Bohrschlämme aus Niedersachsen sollen auch in Hünxe gelagert werden.

Nach Angaben von Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) vom Mittwoch im Umweltausschuss geht es insgesamt um bis zu 200.000 Tonnen an ölhaltigen Schlämmen und Bodenaushub. Davon seien bis Ende März rund 4300 Tonnen angeliefert worden. Niedersachsen habe seit 2005 keine öffentlich zugängliche Sonderabfalldeponie für gefährliche Abfälle. Es lägen dem Umweltministerium keine Erkenntnisse vor, dass die Entsorgung in NRW nicht ordnungsgemäß oder entgegen den gesetzlichen Anforderungen erfolge.

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Grundsätzlich seien länderübergreifende Lösungen bei der Entsorgung gefährlicher Abfälle sinnvoll, sagte Remmel laut Redemanuskript. Die Deponie in Hünxe habe ein bundesweites Einzugsgebiet. Auch NRW entsorge gefährliche Abfälle in anderen Bundesländern, da das Land keine Untertage-Deponie habe.

Die Landesregierung wolle aber auf Niedersachsen einwirken, ein umfassendes Konzept zu entwickeln, damit die dort noch lagernden Schlämme möglichst standortnah entsorgen werden können - statt sie quer durch Deutschland zu transportieren. 

In Nordrhein-Westfalen wurden im vergangenen Jahr mehr als 4.000 Tonnen gefährlicher Abfälle aus der Öl- und Gas-Industrie auf Deponien für Gewerbeabfälle entsorgt.  Nach Auskunft des NRW-Umweltministeriums wurden besagte 4.111 Tonnen allerdings nicht auf einer Sondermüll-Deponie, sondern auf der "Zentraldeponie Altenberge" bei Münster gelagert.

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Was ist drin in den Schlämmen? „Alles, was in den Lagerstätten vorkommt, wird mit nach oben geholt“, sagt Dirk Jansen von der Umweltorganisation BUND. Das seien Schwermetalle wie Quecksilber, Blei, Arsen, radioaktive Substanzen, krebserregende PAK-Kohlenwasserstoffe, Benzol. 

Üblicherweise muss diese Art des Sondermülls auf Deponien höheren Klassen entsorgt werden

dpa/kar

 

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