Herbert Tekaat verlässt nach 38 Jahren das Rathaus

mlzHerbert Tekaat

Herbert Tekaat, Vertreter des Bürgermeisters, verlässt nach 38 Jahren das Rathaus. „Es ist ein ganz komisches Gefühl.“

Schermbeck

, 15.01.2020, 16:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach der Ausbildung bei der Stadt Rees ging der Hamminkelner Herbert Tekaat für anderthalb Jahre zum Rechenzentrum nach Moers und arbeitet seit dem 1. April 1982 im Schermbecker Rathaus, erst im Sozialamt, dann als Leiter der Bauverwaltung und des Hauptamts. Seit 2014 ist er der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters.

In den fast 38 Jahren im Rathaus sei der Druck für alle Mitarbeiter „massiv gestiegen“, so Tekaat. Die Folgen der Arbeitsverdichtung durch Aufgaben, die von Bund und Land an Kommunen übertragen wurden, könne man auch daran sehen, wie sich der Krankenstand verändert habe. „Auch bei Mitarbeitern, auf die man sich hundertprozentig verlassen konnte und kann, werden die Ausfallzeiten höher.“

Froh ist Tekaat über seine Entscheidung, vom Rechenzentrum in Moers („zu groß“) nach Schermbeck zu wechseln. „Dass ich hier so einen Weg gehe, das habe ich mir nicht ansatzweise vorstellen können. Ich hatte zwar die Ausbildung für den gehobenen Dienst, aber dass ich hier zweiter Mann in der Verwaltung werden kann: Im Leben hätte ich das nicht gedacht.“

„Spielregeln nicht eingehalten“

Als schade empfindet Tekaat, dass sich die Verlässlichkeit von Absprachen zwischen Ratsfraktionen und Verwaltung verschlechtert habe. „Leider sind diese interfraktionellen Gespräche mit allen Fraktionen abgeschafft worden, weil aus meiner Sicht die gemeinsam ausgehandelten Spielregeln teilweise nicht eingehalten worden sind.“

Tekaat, der in Hamminkeln für die SPD im Rat sitzt, sagt auf die Frage, ob ihm Verwaltung oder Politik mehr Spaß mache, dass er als Verwaltungsmitarbeiter „direkteren Einfluss auf Entwicklungen“ habe. Die Arbeit als Ratsmitglied sei aber durchaus interessant. „Was ich bis heute nur sehr schlecht vertragen kann, sind Vorwürfe oder Unterstellungen von Mitgliedern der Fraktionen an Mitarbeiter der Verwaltung. Da kann ich bis heute schlecht mit umgehen, da ich genau weiß, dass ich morgen vielleicht mit genau diesem Kollegen oder dieser Kollegin zusammensitze.“

Hilfe bei der Einarbeitung

Am Montag ist eigentlich sein letzter Arbeitstag. Mit allen Chefs sei er gut ausgekommen und treffe sich regelmäßig mit denen, die noch leben. Ab dem 1. April hilft Tekaat noch, Kollegen im Fachbereich 1 einzuarbeiten, „aber das ist auf einer Basis ohne Funktion und Entscheidungskompetenz.“

Und danach? Vor drei Monaten sei er zum ersten Mal Opa geworden, so Tekaat: „Das hält uns ganz schön auf Trab.“ Mit seiner Frau wolle er viel Rad fahren, und einige Vereine hätten auch angefragt, ob er mithelfen könne. „Das alles werde ich aber in Ruhe auf mich zukommen lassen.“

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