Eigentlich sollte der Glasfaser-Ausbau im Außenbereich der drei Kommunen bereits im Dezember starten - doch noch warten die Kommunen auf den Förderbescheid. (Symbolbild) © dpa
Glasfaser

Homeschooling im Außenbereich schwierig – Glasfaser-Ausbau stockt

Im Homeschooling merken viele Eltern, wie sehr Kinder im Außenbereich aufgrund der schlechten Internetverbindung abgehängt sind. Eigentlich sollte der Ausbau zum Jahresende starten.

Es ist für uns auch sehr unerquicklich“, sagt Michael Leisten, der bei der Gemeinde Schermbeck den Glasfaser-Ausbau betreut. Mit den Kommunen Hamminkeln und Hünxe hat Schermbeck längst einen vorläufigen Förderbescheid für den Glasfaser-Ausbau im Außenbereich bekommen. Der Hamminkelner Bürgermeister Bernd Romanski rechnete Ende November noch mit dem Spatenstich bis Ende 2020.

Doch davon ist nichts zu sehen. In der Facebook-Gruppe „Glasfaser Schermbeck (Außenbereiche)“ berichtet eine Mutter davon, dass sie 150 Euro Kosten pro Monat für Mobilfunk-Lösungen zahle. „Und trotzdem kein Internet, weil alle on sind.“ Die Mutter ironisch: „Macht richtig Spaß und kein Bagger in Sicht.“

„30 Megabit sind nicht mehr praxisnah“

Auch im nicht-geförderten Bereich, also denen mit angeblich mehr als 30 Megabit pro Sekunde, würden „einem beim Homeschooling doch die Grenzen der vorhandenen Internetversorgung sowas von deutlich vor Augen geführt“, so eine weitere Mutter. „30 Megabit sind nicht mehr praxisnah“, sagt auch Michael Leisten, das werde in der jetzigen Situation mit Homeschooling und Homeoffice deutlich.

Dass er immer noch keinen festen Termin für den Baubeginn nennen kann, wurmt auch Michael Leisten. Am Brüner Weg beispielsweise könnten manche noch nicht einmal auf Mobilfunk-Lösungen zurückgreifen, „weil da keine LTE-Masten sind“.

Zuschuss-Bescheid fehlt immer noch

Warum hakt es beim Ausbau-Start? „Der finale Zuschuss-Bescheid fehlt immer noch“, sagt Gerd Abelt, Vertreter des Bürgermeisters. Eigentlich hatte man damit bereits im Dezember gerechnet – im November habe man für den Antrag „richtig viel Gas gegeben“, sagt Leisten.

Bei diesem Antrag hatte allein Schermbeck weitere Haushalte nachgemeldet, die in der ursprünglichen Förderkulisse außen vor waren. Das sind Haushalte, bei denen entweder Telekommunikationsunternehmen eigentlich einen Ausbau über 30 Megabit zugesagt hatten – und dies dann trotzdem nicht taten. Und zum anderen Haushalte, die offiziell zwar über einen Anschluss von mehr als 30 Megabit verfügen, bei denen aber real weniger Leistung ankommt.

Juristische Prüfung

Allein in Schermbeck seien das 150 Anschlüsse gewesen, so Leisten. Seitens des Fördergebers habe er die Rückmeldung erhalten, dass der Antrag und die Unterlagen einwandfrei eingegangen seien. Doch nun gebe es eine „intensivere juristische Prüfung“.

Durch die Nachmeldungen würden beim Fördergeber Mehrkosten entstehen. Dadurch, so Leisten, könne ein Präzedenzfall entstehen – also eine Situation, in der andere Kommunen sich auf die Fördersituation in Schermbeck, Hamminkeln und Hünxe beziehen könnten. Von der Verzögerung seien auch die beauftragten Firmen betroffen, so Leisten.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer

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