In Rüste soll die erste Biogas-Anlage entstehen

Anwohner haben Bedenken

Die erste Biogas-Anlage im Gemeindegebiet Schermbeck soll im Ortsteil Rüste entstehen. Am 29. März suchten drei Bewohner die Untere Landschaftsbehörde beim Kreis Wesel auf, wo sie Einblick nehmen konnten in die Planungen.

SCHERMBECK

von Von Helmut Scheffler

, 03.04.2011, 15:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Im Ortsteil Rüste soll nördlich (rechts) der Gärtner-Siedlung (Bildmitte) im Winkel zwischen den Straßen "Schalbree" und "Rüster Feld" (vor dem Wäldchen) eine Biogas-Anlage errichtet werden.

Im Ortsteil Rüste soll nördlich (rechts) der Gärtner-Siedlung (Bildmitte) im Winkel zwischen den Straßen "Schalbree" und "Rüster Feld" (vor dem Wäldchen) eine Biogas-Anlage errichtet werden.

Danach soll auf dem Flurstück 75 der Flur 21 in der Gemarkung Altschermbeck unmittelbar nördlich der Gärtnersiedlung eine aus vier Betriebseinheiten bestehende Biogas-Anlage errichtet werden.

Die erste Betriebseinheit besteht aus einem 322 Quadratmeter großen Güllekeller, einem Fahrsilo, das 3000 Quadratmeter umfasst, und aus einer 60 Kubikmeter fassenden Feststoffeinbringung. In den Güllekeller sollen jährlich 3170 Tonnen Rindergülle und 2140 Tonnen Schweinegülle einfließen. Fahrsilo und Feststoffeinbringung dienen der Lagerung von jährlich 6100 Tonnen Silomais, 1400 Tonnen Zwischenfrüchten, 300 Tonnen Weidegras und 500 Tonnen Geflügelmist. Zur Betriebseinheit zwei gehören ein Fermenter und ein Nachgärer. Beides sind Stahlbetonbehälter mit einem Gasspeicher.Zwei Blockheizkraftwerke

In der dritten Betriebseinheit sollen zwei Gasmotoren-Blockheizkraftwerke mit einer Leistung von jeweils 250 kW stehen. Dort sollen 1,84 Millionen Kubikmeter Gas pro Jahr entstehen. In der vierten Betriebseinheit, der so genannten Gärrestlagerung, werden in zwei Stahlbetonbehältern mit Gasspeicher die vergorenen Substrate der Vorstufen gelagert.

Nachdem die Rüster Anlieger beim Kreis Wesel Details erfahren hatten, besuchten sie mit einer zehnköpfigen Delegation Bürgermeister Ernst-Christoph Grüter. Sie trugen ihm ihre Bedenken gegen die geplante Anlage vor. In erster Linie wurde auf die Gefährdung des Trinkwassers hingewiesen. Als weitere Gegenargumente nannten sie die starke Geruchsbelästigung, den zunehmenden Schwerlastverkehr, für den die Wege nicht ausgelegt seien, und die Zerstörung der Rüster Kulturlandschaft .

Die "Bioenergie Rüster Feld Verwaltungs-UG (haftungsbeschränkt) Schermbeck" als Betreiber plant noch in dieser Woche eine Informationsveranstaltung und die Besichtigung eines ähnlichen Betriebes in Rhade. Dann soll auch bekannt gegeben werden, wer das erzeugte Gas nutzen soll.

 

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