Bis alle Schüler mit iPads ausgestattet sind, ist es noch ein langer Weg. Und ein teurer. © picture alliance/dpa
Digitalisierung

iPads für alle Schüler: Digitalisierung wird zum finanziellen Kraftakt

Die Digitalisierung der Schermbecker Schulen wird ein finanzieller und organisatorischer Kraftakt. Möglichst alle Schüler sollen mit iPads ausgestattet werden - bis zum Jahr 2023.

Homeschooling war in dieser Woche wieder für viele Schermbecker Schüler angesagt – zum zweiten Mal in der Corona-Pandemie. Eine Herausforderung für Lehrende und Lernende, denn auch die Lernkonzepte müssen der veränderten Situation Rechnung tragen.

Der Rat befasst sich in seiner letzten Sitzung des Jahres am 22. Dezember mit der technischen Seite der Schul-Digitalisierung. Denn der Gemeinde als Schulträgerin kommt die Aufgabe zu, Voraussetzungen für das digitale Lernen zu schaffen.

Digitalisierung wird teuer

Das wird trotz Fördermaßnahmen von Bund und Land teuer. Aus dem Digitalpakt Schule mit einem Gesamtvolumen von 5 Milliarden Euro seien der Gemeinde 517.000 Euro zugewiesen worden, so Robert Rademacher von der Verwaltung.

In Zusammenarbeit mit den Schulen wurde festgelegt, dass die Netzwerk-Infrastruktur der Gebäude im ersten Schritt verbessert werden soll. Die vorhandenen WLAN-Netze an den Schulen sowie die Netzwerkverkabelung ist derzeit nicht leistungsfähig genug, um zahlreiche Endgeräte, Netzwerkbeamer, Smartboards und ähnliches gleichzeitig zu versorgen.

Was genau benötigt wird, um dies zu ändern, sollen Mitarbeiter des Kommunalen Rechenzentrums Niederrhein (KRZN) mit einer sogenannten „Ausleuchtung“ der Schulen im ersten Quartal 2021 ermitteln. Kosten: etwa 3.800 Euro. Der Ausbau des WLANs soll ab den Sommerferien 2021 in Angriff genommen werden. Die Arbeiten sind derzeit im Ausschreibungsverfahren und sollen rund 500.000 Euro kosten.

Provisorisches WLAN bis zu den Sommerferien

Bis die neue WLAN-Infrastruktur steht, soll ein provisorisches WLAN helfen in den Standorten der Grundschule sowie an der Gesamtschule für Lehrende und Oberstufenschüler. Ende des ersten Quartals 2021 soll das provisorische WLAN aufgebaut werden – rund 15 Accesspoints (500 Euro/Stück) werden dafür benötigt.

Für die Ausstattung der Lehrkräfte mit digitalen Endgeräten bekommt die Gemeinde aus dem Digitalpakt 65.000 Euro. Die Gemeinde hat, auch aufgrund einer satzungsgemäßen Verpflichtung, die Beschaffung von 156 iPads über das KRZN ausschreiben lassen. Das war am 8. Oktober. „Aufgrund von Lieferengpässen werden die mobilen Endgeräte voraussichtlich im ersten Quartal 2021 an die Gemeinde Schermbeck ausgeliefert“, so Robert Rademacher.

Dann müssen die iPads noch eingerichtet werden und sollen dann ausgegeben werden. Sie verbleiben im Eigentum der Gemeinde und werden an die Lehrkräfte ausgeliehen.

93.000 Euro für Schüler-iPads

Das Land NRW hat in der Pandemie die digitale Ausstattung von Schülern gefördert – auch um soziale Ungleichgewichte bei der technischen Ausstattung zu kompensieren. 83.600 Euro stehen dafür der Gemeinde Schermbeck zur Verfügung, die einen Eigenanteil von 10 Prozent leisten muss: Macht insgesamt knapp 93.000 Euro.

Über das KRZN wurden 199 iPads bestellt – Lieferengpässe gibt’s auch hier, und das erste Quartal wird als Auslieferungsdatum angepeilt. Die Schulen entwickeln derzeit eine Bedürftigkeitsprüfung, um zu ermitteln, an welche Schüler die Geräte ausgeliehen werden.

Gesamtkosten bei iPads sollen niedriger sein

Die Entscheidung für iPads, so Rademacher, sei unter anderem gefallen aufgrund der intuitiven Bedienung, langen Akku-Laufzeit, besserer Administrierbarkeit, dem großen Angebot an Apps, der langen Nutzungsdauer und der langen Update-Versorgung. Den Support soll das Rechenzentrum übernehmen. Trotz höheren Anschaffungspreises erwarte man insgesamt geringere Gesamtkosten.

Möglichst alle Schüler in Schermbeck sollen in den kommenden Jahren mit iPads ausgestattet werden – das wären insgesamt etwa 1.600. Im nächsten Jahr sollen weitere 270 iPads gekauft werden – bis 2023 sollen pro Jahr knapp 500 hinzukommen. Bei einer erwarteten Nutzungsdauer von vier Jahren könnte ab 2024 der Austausch der ersten iPads anstehen.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer

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