Problematische Kanu-Anlegestelle an der Lippe soll verlegt werden

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Verletzungsgefahr, Müll, wildes Urinieren und Verkehrsgefährdung - die Liste der Probleme der Kanu-Anlegestelle an der Lippe ist lang. Die Gemeinde will die Anlegestelle nun verlegen.

Schermbeck

, 04.03.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fast seit einem Vierteljahrhundert bemüht sich die Gemeinde Schermbeck um eine vernünftige Gestaltung der Anlegestelle, die von professionellen Anbietern, aber auch privaten Kanu- und Kajakfahrern genutzt wird. Die Anlegestelle liegt derzeit unter der Lippebrücke der Maassenstraße und bot immer wieder Anlass für Ärger.

Der Parkplatz an der Maassenstraße, auf dem Autos und Bootsanhänger abgestellt werden, ist in den Sommermonaten oft überfüllt, sodass Fahrzeuge auch auf dem gegenüberliegenden Radweg abgestellt werden. Für Radfahrer und Kanuten, die die Landesstraße überqueren, birgt das laut Verwaltung Gefahrenpotenzial.

Illegale Müllentsorgung auf dem Parkplatz an der Maassenstraße war immer wieder ein Thema.

Illegale Müllentsorgung auf dem Parkplatz an der Maassenstraße war immer wieder ein Thema. © Berthold Fehmer

Auf dem Parkplatz selbst fehlt eine WC-Anlage, was zum „wilden Urinieren“ führt. Auch das Thema illegale Müllentsorgung war auf dem Parkplatz sowie an der Anlegestelle immer wieder Thema.

Straßen.NRW will Parkplatz aufgeben

Zudem werde Straßen.NRW, so Berthold Schmeing von der Verwaltung, den Parkplatz wohl aufgeben, wenn der geplante Neubau der Kanalbrücke an der Maassenstraße abgeschlossen ist. Einen genauen Zeitplan dafür gibt es noch nicht, sagt Bürgermeister Mike Rexforth. Aber laut Schmeing will der Landesbetrieb den Parkplatz während der Bauphase als Lager nutzen. Von Kanuten könne der Platz dann nicht genutzt werden.

Verletzungsgefahr sieht die Gemeinde, wenn Kanuten ihre Boote über diesen Weg zur Anlegestelle schleppen.

Verletzungsgefahr sieht die Gemeinde, wenn Kanuten ihre Boote über diesen Weg zur Anlegestelle schleppen. © Berthold Fehmer

Vom Parkplatz aus schleppen die Kanuten ihre Boote derzeit über einen unbefestigten Pfad mit zum Teil reichlich Gefälle zur Lippe oder umgekehrt. Eine Verletzungsgefahr sieht darin die Gemeinde.

Der eigentliche Ein- und Ausstieg für die Kanus liegt unter der Brücke. Derzeit handele es sich um eine nur geduldete Ein- und Ausstiegsmöglichkeit, so Berthold Schmeing. Er sieht die Gefahr, dass, wenn die Gemeinde jetzt nicht handelt, Kanuten und Kajak-Fahrer künftig „wild“ in geschützten Bereichen der Lippe ein- und aussteigen könnten. Bei einem Ortstermin habe der Lippeverband eine Verlegung der Anlegestelle begrüßt.

Nur geduldet ist dieser Ein- und Ausstieg für Kanuten unter der Lippebrücke. Stattdessen soll nach dem Willen der Gemeinde eine Rampe gebaut werden.

Nur geduldet ist dieser Ein- und Ausstieg für Kanuten unter der Lippebrücke. Stattdessen soll nach dem Willen der Gemeinde und des Lippeverbands eine Rampe an anderer Stelle gebaut werden. © Berthold Fehmer

Eine neue Anlegestelle könnte laut Mike Rexforth am Weg vom Forellenzentrum Naroda zur Lippe („Zum Gahlener Grind“) entstehen - rund 500 Meter flussauf. Allerdings will der Lippeverband eine neue Rampe dort nur unter Bedingungen bauen: Zum Parken, Wenden und Rangieren müsse ein Schotterrasenplatz angelegt werden, der im Falle eines Hochwassers kein Fließhindernis bedeute. Auch eine barrierefreie WC-Anlage wurde gefordert. Schilder sollen an der alten Stelle auf den neuen Einstieg hinweisen, die Nutzung der alten Anlegestelle soll verboten werden.

85 Prozent Förderung möglich

Wie wird das Ganze finanziert? Eine Projektförderung unter dem Titel „Förderung der Strukturentwicklung ländlicher Räume“ könne Schermbeck als Haushaltssicherungskommune bei einem Antrag noch im Jahr 2020 einen Fördersatz von 85 Prozent bringen, so Schmeing. „Deshalb haben wir umgeswitcht“, sagt Rexforth. Eigentlich habe man vorgehabt, das Projekt mit LEADER-Mitteln anzugehen - dort seien aber nur maximal 65 Prozent Förderung möglich.

Schmeing sieht nach erster Schätzung trotzdem immer noch einen Eigenanteil von rund 30.000 Euro bei der Gemeinde. Ebenfalls nur geschätzt sind die Planungskosten (30.000 Euro), Baukosten für den Parkplatz (45.000 Euro) und der Bau der Toilettenanlage mit Kleinkläranlage (120.000 Euro). Belastbare Zahlen, so Schmeing, könne nur ein Planungsbüro liefern.

Ausschuss berät über Planung

Der Haupt- und Finanzausschuss berät am Dienstag (10. März) über das Thema. Die Verwaltung schlägt vor, dass aus den im Haushaltsplan veranschlagten Mitteln für LEADER-Projekte in diesem Jahr eine Planung erstellt wird, die dann dem Fachausschuss vorgelegt werden soll.

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