Keiner möchte 1. Stellvertreter von Grüter werden

SPD macht Rückzieher

SCHERMBECK Zwei zweite Stellvertreter-Kandidaten für den Bürgermeisterposten und massive Kritik der kleineren Fraktionen wegen „Ämterkauf“ und „Kungelei“: Die konstituierende Ratssitzung verspricht am Mittwoch einigen Zündstoff.

von Von Berthold Fehmer

, 27.10.2009, 19:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die neue Fraktionsvorsitzende Doris Schiewer weist die Kritik von USWG und Grünen zurück.

Die neue Fraktionsvorsitzende Doris Schiewer weist die Kritik von USWG und Grünen zurück.

Ihr Vorgänger, Ex-SPD-Fraktions- und (Noch-)Ortsvereinsvorsitzender Thomas Pieniak: „Ich habe während der Sitzung mitgeteilt, dass ich für den Posten des stellvertretenden Bürgermeisters nicht zur Verfügung stehe und Michael Göbel vorgeschlagen.“ Zu den Gründen wollte sich Pieniak nicht äußern. Aufgrund des „unerfreulichen Wahlergebnisses“ wolle die SPD nicht den ersten Stellvertreter des Bürgermeisters stellen, sagten Schiewer und Pieniak. Ein Neuanfang sei auch innerhalb des Ortsvereins gefordert worden. Die turnusmäßige Neuwahl des Ortsverein-Vorstands im Januar werde deshalb wohl vorgezogen und der jetzige Vorstand für eine Wahl nicht mehr zur Verfügung stehen. Es scheint also gewaltig zu rumoren innerhalb der Schermbecker SPD. Dazu wollten sich aber weder Schiewer noch Pieniak äußern. Bei der CDU sieht man die Stellvertreter-Frage gelassen. Engelbert Bikowski: „Da bin ich Parteisoldat. Ich würde auch den ersten Stellvertreter-Posten übernehmen.“

Die Grünen bezeichnen die Absprachen um den Stellvertreter-Posten in einer Pressemitteilung als „Kungelei“. Die USWG geht noch einen Schritt weiter. Nach dem Ergebnis der Kommunalwahl stehe der SPD überhaupt kein Bürgermeisteramt zu, das mit einer Aufwandsentschädigung von mehr als 550 Euro monatlich verbunden sei. Die Absprache sei dem Wähler verschwiegen worden. „Stimmenkauf ist ein Straftatbestand. Heimlicher Ämterkauf gegen Kandidaturverzicht kommt dem gleich und ist verwerflich.“ Auf „dieses Niveau“ wolle sie sich nicht herunterlassen, sagte Schiewer dazu. Als „lächerlich“ und „Schaumschlägerei“ empfindet Bikowski die Vorwürfe. Die SPD sei zweitstärkste Fraktion, deshalb sei ein Stellvertreter-Posten zu rechtfertigen und vernünftig.  

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