Klimaschutz könnte das Bauen teurer machen

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Der Klimaschutz soll weiter vorangetrieben werden. Konkrete Ideen dazu gibt es bereits. Einige könnten das Bauen in Schermbeck teurer machen.

Schermbeck

, 30.01.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Den „Klimanotstand“ wollte die SPD im vergangenen Jahr Ende Mai ausrufen. Ganz so dramatisch wurde das Thema im Planungs- und Umweltausschuss am Dienstag nicht mehr erörtert, aber Einigkeit bestand über alle Parteigrenzen hinweg, dass Klimaschutz eine größere Rolle spielen soll.

Einstimmig beauftragt wurde die Politik, weitere Aktivitäten in diese Richtung zu entwickeln. Dafür wird vor allem wohl Thomas Heer, Klimaschutzmanager der Gemeinde, zuständig sein, dessen Stelle bis August 2021 befristet ist. Die Verwaltung soll nach Wunsch der Politik den Antrag stellen, dass die Stelle auch weitere zwei Jahre gefördert werden kann. Einen Tätigkeitsbericht für diese Stelle, wie ihn die Grünen forderten, könne man nachreichen, so Rexforth.

Umstieg auf Ökostrom Ende 2021

Um direkt Kohlendioxid einzusparen, könnte die Verwaltung Ende 2021 auf Ökostrom umsteigen. Dann endet der Stromliefervertrag laut Bürgermeister Mike Rexforth. Eine Nachhaltigkeitsstrategie für alle Fachbereiche, das Einsparen von Papier und Abfall, die Umstellung des Fuhrparks auf umweltschonendere Antriebe - dies und mehr soll nun verstärkt umgesetzt werden.

Ein Radwegeverkehrskonzept soll ermitteln, wie die Fahrradnutzung im Alltag verbessert werden kann. Geprüft werden soll auch, wie der Ortskern effizienter per Kraft-Wärme-Kopplung mit Energie versorgt werden kann. Eine Machbarkeitsstudie könnte die Basis dafür schaffen. Wenn die Gemeinde sich entschließe, eine Infrastrukturgesellschaft zu gründen, „dann können wir Wege vorgeben“, so Rexforth.

Baugebiete sollen klimafreundlicher werden

Von der CDU war der Antrag gestellt worden, Richtlinien für klimafreundlichere Entwicklungen in Baugebieten zu erarbeiten. Ein Bonusprogramm wurde beispielsweise vorgeschlagen, das beim Erwerb eines gemeindlichen Grundstücks zunächst einen Aufschlag auf den Kaufpreis vorsehe, der dann bei Einhaltung von Energiestandards ganz oder teilweise an den Bauherren zurückgezahlt wird.

Klaus Roth (BfB) warnte allerdings davor, nicht so hohe Forderungen zum Klimaschutz zu stellen, „dass junge Familien das nicht mehr bezahlen können“.

Sonnenenergie

Die optimale Ausrichtung von Häusern für Sonnenenergie, Nutzungsmöglichkeiten von Geothermie und Kraft-Wärme-Kopplung, Carsharing-Flächen in neuen Baugebieten, Fahrradabstellplätze, ein Verbot übermäßiger Versiegelung - dies und vieles mehr soll nun konkretisiert werden.

Zudem soll die Verwaltung aus dem aktuellen Klimaschutzpaket der Bundesregierung herausarbeiten, welche Konsequenzen sich daraus für Schermbeck ergeben.

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