Komfortwohnungen in der Mittelstraße Zweifel der Gemeinde Schermbeck ausgeräumt

Redakteur
An der Mittelstraße in Schermbeck wird aktuell gebaut.
An der Mittelstraße in Schermbeck wird aktuell gebaut. © Niklas Berkel
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Auf der Mittelstraße in Schermbeck wird aktuell kräftig gearbeitet. Früher waren dort am nördlichen Eingang der Mittelstraße gegenüber von Rossmann unter anderem ein Bestatter und dahinter ein Lager des Elektrohauses Cremerius. Nun sollen dort elf barrierefreie Komfort-Eigentumswohnungen entstehen.

Bauherr und Architekt des Grundstücks ist Rainer Berens aus Kirchhellen. Auf Anfrage der Dorstener Zeitung teilte der Diplom-Ingenieur mit, dass es sich bei dem Bauvorhaben an der Mittelstraße um ein Sechs-Familien-Wohnhaus mit zweieinhalb- und dreieinhalb-Raum-Wohnungen handelt. Die Wohnungen verfügen über einen Balkon- oder eine Terrasse. Seit Anfang Dezember wird hier gearbeitet.

Nachfragen über weitere Details ließ Berens unbeantwortet. Schermbecks Bürgermeister Mike Rexforth hingegen teilte auf Nachfrage dieser Redaktion mit, dass im hinteren Teil der Baustelle an der Heinestraße ein weiteres Wohnhaus mit fünf Wohnungen entstehen soll.

Wie die NRZ berichtet hat, soll es sich beim Bau an der Heinestraße um vier dreieinhalb-Zimmer-Wohnungen und einer viereinhalb-Zimmer-Wohnungen mit insgesamt 425 Quadratmetern Wohnfläche handeln. An der Mittelstraße soll das Gebäude insgesamt 485 Quadratmeter Wohnfläche bieten. Der Bau an der Heinestraße soll in „einigen Monaten“ starten.

Ende des Jahres soll es Käufern möglich sein, an der Mittelstraße einzuziehen, erklärte Bauherr Berens gegenüber der NRZ. Der Kaufpreis soll 4.500 Euro pro Quadratmeter betragen.

Mittelstraße ist Mischgebiet

Rexforth äußerte allerdings Bedenken, ob das Vorhaben an der Mittelstraße in seiner jetzigen Form genehmigt werden würde. Zum Hintergrund: Der Bebauungsplan der Gemeinde Schermbeck hat die Mittelstraße als sogenanntes Mischgebiet festgesetzt. In einem Mischgebiet wird eine ausgewogene Mischung zwischen Wohnen und das Wohnen nicht störendem Gewerbe planerisch angestrebt.

Die Gemeinde Schermbeck ging laut Rexforth demnach davon aus, dass der Charakter der Mischnutzung auch bei Gebäuden eingehalten werden muss. Sprich: dass ein reines Wohnhaus ohne einen gewerblichen Anteil nicht möglich sei.

So soll das neue Gebäude an der Mittelstraße aussehen.
So soll das neue Gebäude an der Mittelstraße aussehen. © Privat

Wie Anja Schulte, Sprecherin des Kreises Wesel, allerdings mitteilte, bezieht sich das Mischgebiet nach Ansicht des Kreises nicht auf ein einzelnes Grundstück sondern auf das gesamte Gebiet. Dementsprechend sei ein reines Wohnhaus – wie der Architekt es plant – zulässig.