Landwirte: Grünland extensiv nutzen

SCHERMBECK Von Vertretern der Kreisverwaltung Wesel gab es jetzt viel Lob für 15 Uefter und Overbecker Landwirte, die gegen eine finanzielle Entschädigung bereit waren, Teile ihrer bislang ackerbaulich genutzten Fläche in Bachnähe zu extensiv genutztem Grünland umzuwandeln.

von Von Helmut Scheffler

, 08.07.2008, 16:16 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mitarbeiter des Kreises Wesel und Uefte-Overbecker Landwirte besichtigten die neuen Gewässerrandstreifen an der Overbecker Straße.

Mitarbeiter des Kreises Wesel und Uefte-Overbecker Landwirte besichtigten die neuen Gewässerrandstreifen an der Overbecker Straße.

Hintergrund für die Maßnahme ist der Landschaftsplan des Kreises Wesel für den Raum Hünxe/Schermbeck, der im Jahre 2004 rechtskräftig wurde. Dieser Plan sieht vielfältige Maßnahmen vor, um bereits vorhandene Biotope zu verbessern, zu optimieren und zu pflegen und ehemals vorhandene Biotope oder wertvolle landschaftliche Strukturen wiederherzustellen.

15 Landwirte sind dabei

"Gewässerrandstreifen fördern den Naturhaushalt", erläuterte Jürgen Danielczik, beim Kreis Wesel zuständig für den Landschaftsplan Schermbeck. Umso mehr freute er sich, dass alle 15 Uefte-Overbecker Landwirte das Angebot des Kreises Wesel unterstützen, parallele Streifen entlang dem Mühlenbach in extensives Grünland umzuwandeln.

An zwei Standorten (Overbecker Straße, Im Espel) wurden insgesamt vier unterschiedliche Gewässerrandstreifen besichtigt, für die der Kreis Wesel jeweils Fünf-Jahres-Verträge mit den Landwirten abgeschlossen hat. Die Verträge sehen vor, dass nicht gedüngt werden darf, keine Spritzmittel verwendet werden dürfen und dass einmal jährlich gemäht werden muss.

Die Landwirte bringen die freiwilligen Verpflichtungen ein, der Kreis den finanziellen Ausgleich. Je nach Vertragspaket können die Landwirte bereits am Ende des ersten Vertragsjahres zwischen 289 und 715 Euro pro Hektar als Ausgleichsbetrag erhalten.

Bremse für Abspülungen

Die drei bis zehn Meter breiten neuen Gewässerrandstreifen sind eine Bremse für oberflächliche Abspülungen von Dünge- und Spritzmitteln auf den flach ansteigenden Uferpartien, die ackerbaulich oder durch intensiv bewirtschaftetes Grünland genutzt werden.

Inzwischen sind die ersten bachtypischen Vogelarten wie Sumpfrohrsänger, Stieglitze und Rohrammer heimisch geworden. Teichmolche sowie Frösche haben zugenommen. Mehr als 60 Pflanzenarten haben sich in den Gewässerrandstreifen angesiedelt. "Auch aus gewässerökologischer Sicht sind wir froh, dass die Untere Landschaftsbehörde federführend tätig ist", dankte Stephan Beer, Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde beim Kreis Wesel, den Kollegen und ergänzte, "der Nährstoffeintrag kann deutlich reduziert werden."

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