An der Station 1 war der Andrang besonders groß. Dort ging es um die Sammlung von Details zu den Themen „Demografie, Soziales & Mobilität“. © Helmut Scheffler
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LEADER-Auftaktveranstaltung geriet wegen Corona zur Geduldsprobe

2,7 Millionen Euro sind für die LEADER-Region, zu der Schermbeck gehört, in Aussicht gestellt. Bei der Auftaktveranstaltung war wegen Corona jedoch erst mal Geduld gefragt.

Der Schermbecker Bürgermeister Mike Rexforth konnte am Montagabend im Schermbecker Begegnungszentrum als Vorsitzender der LEADER-Region Lippe-Issel-Niederrhein etwa 70 Personen zu etwa gleichen Teilen aus den fünf Kommunen Wesel, Hamminkeln, Hünxe, Voerde und Schermbeck begrüßen. Die Veranstaltung begann mit 35-minütiger Verspätung, weil ein vorgeschalteter Corona-Test für alle Teilnehmer zeitlich aus den Fugen geriet.

Mehr als 70 Besucher aus Wesel, Voerde, Hamminkeln, Hünxe und Schermbeck beteiligten sich am Montagabend an der Auftaktveranstaltung der LEADER-Region Lippe-Issel-Niederrhein im Schermbecker Begegnungszentrum.
Mehr als 70 Besucher aus Wesel, Voerde, Hamminkeln, Hünxe und Schermbeck beteiligten sich am Montagabend an der Auftaktveranstaltung der LEADER-Region Lippe-Issel-Niederrhein im Schermbecker Begegnungszentrum. © Helmut Scheffler © Helmut Scheffler

Auch in der Förder-Periode 2023 bis 2029 wird sich die LEADER-Region Lippe-Issel-Niederrhein bemühen, von den in Aussicht gestellten 2,7 Millionen Euro Fördermitteln aus dem EU-Topf zur Stärkung des ländlichen Raums einen möglichst großen Anteil zu erhalten. Grundlage für die Förderung einzelner Maßnahmen sind überzeugende regionale Entwicklungsstrategien.

Die Gestaltung des Abends übernahmen die drei LEADER-Regionalmanagerinnen Kerstin Jendrek, Carolyn Mrotzek und Karin Vogeler-Dieudonné in Zusammenarbeit mit der „projaegt GmbH“, die durch Alexander Jaegers, Michael Führs und Thomas Rudde vertreten wurde.

Kleinprojekte haben gute Chancen

Der erste Teil der Veranstaltung befasste sich mit der Rückschau auf 26 genehmigte LEADER-Projekte und weitere 36 Kleinprojekte in den Jahren 2020 und 2021. Anschließend wurden die Rahmenbedingungen für die neue Förderphase 2023 bis 2029 vorgestellt. Eine hohe Förder-Wahrscheinlichkeit haben nun Kleinprojekte. Die maximale Förderquote steigt von aktuell 65 Prozent auf 70 Prozent, wobei der maximale Förderbetrag bei 250.000 Euro liegt. Die Region bestimmt wieder selbst ihre Themen und entscheidet auch über ihre Projekte.

Um die Sammlung von Themen ging es im zweiten Teil der Auftaktversammlung. Die Teilnehmer konnten sich an drei Stationen Gedanken machen. An der Station 1 ging es um die Themen „Demografie, Soziales & Mobilität“. Mit der „Regionalen Wirtschaft, Vermarktung & Tourismus“ befassten sich die Besucher der zweiten Station. An der Station 3 ging es um „Energie, Klima, Kulturlandschaft & Ökologie“.

Resilienz steht im Vordergrund

Die LEADER-Region legt bei der Betrachtung von Themeninhalten diesmal in besonderer Weise Wert darauf, inwiefern diese Themen eine Resilienz beinhalten, also den Nachweis, wie die handelnden Personen auf Probleme und Veränderungen mit der Anpassung ihres Verhaltens reagieren.

Gegen 21.30 Uhr Uhr, als schon fast ein Drittel der Besucher den Heimweg angetreten hatte, wurden die Schwerpunkthemen der einzelnen Stationen zusammengefasst. An der Station 1 ergaben sich die drei Schwerpunkte Treffpunkt der Generationen, Mobilität auf dem Lande und Verjüngung des Ehrenamtes.

Wie kann man junge Menschen für die Region interessieren? Wie findet der Produzent regionaler Produkte den Weg zum Verbraucher? Wie kann man verschiedene Akteure im ländlichen Raum zusammenbringen? Das waren die zentralen Themen an der Station 2. Die Erhaltung der Biodiversität und die Erzeugung alternativer Energien waren die Megathemen an der Station 3. An allen 3 Stationen hatten die Besucher Gelegenheit, auf Merkzetteln kurze Anregungen zu den Leitthemen zu geben.

„Viele Hausaufhaben aufgegeben“

„Da haben Sie uns viele Hausaufgaben aufgegeben“, stellte Alexander Jaegers in der Schlussrunde fest. Bereits in den nächsten Tagen werde man die Vorschläge der Besucher sortieren. Aus der Summe der Vorschläge werde man versuchen, ein lokales Leitprojekt zu entwickeln. Etwa im Januar würden Projektwerkstätten angeboten, wahrscheinlich online. Bis zum 4. März 2022 müssen dem Umweltministerium die Projektanträge vorliegen. „Wir hoffen“, so Alexander Jaegers, „dass die Landesregierung unsere neuen Projekte ab 2023 fördert.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Im Verlauf von mehr als vier Jahrzehnten habe ich das Zusammenwachsen von acht ehemals selbstständigen Gemeinden miterlebt, die 1975 zur Großgemeinde Schermbeck zusammengefügt wurden. Damals wie heute bemühe ich mich zu zeigen, wie vielfältig das Leben in meinem Heimatort Schermbeck ist.
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Helmut Scheffler

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