Polizeioberkommissarin Andrea Ackermann (r.) erklärte den Teilnehmern die Fahreigenschaften der Pedelecs, bevor sie die Radler zu Fahrübungen auf dem Schulhof einlud. © Helmut Scheffler
Training in Schermbeck

Lernziel: Mit dem Pedelec komfortabel und sicher am Verkehr teilnehmen

Pedelecs sind komfortabel und schwer in Mode. Aber auch nicht ungefährlich. Polizei und Verkehrswacht bieten Trainings an. Mit überraschenden Erkenntnissen für Alltagssituationen.

Im vorigen Jahr wurden in Deutschland 1,95 Millionen elektrisch unterstützte Fahrräder verkauft. So bequem das Pedelec-Fahren ist, es hat auch eine Schattenseite: Die Polizei im Kreis Wesel registriert eine wachsende Zahl von Unfällen, an denen Pedelec-Fahrer beteiligt sind. Der nicht geübte Umgang mit Fahrrädern, die locker Geschwindigkeiten bis zu 25 km/h erreichen, führt immer wieder zu Unfällen.

Auf dem Schulhof an der Weseler Straße wurden nun Pedelec-Fahrer fit gemacht für die sichere Teilnahme am Straßenverkehr. Drei Stunden lang erklärten Polizeihauptkommissar Adolf Grill, Oberkommissarin Andrea Ackermann und Holger Schulz, der stellvertretende Geschäftsführer der Kreisverkehrswacht Wesel, den Kursteilnehmern, worauf es im Sattel eines Pedelecs ankommt.

Kritische Verkehrssituationen am Simulator geübt

Am Simulator im Schulpavillon wurden auf einem großen Bildschirm kritische Verkehrssituationen dargestellt, auf die der Radler reagieren musste. Die Schnelligkeit des Filmablaufs passte sich dem Tretrhythmus des E-Bike-Fahrers an. Wenn plötzlich ein Autofahrer rückwärts aus einer Parklücke den Fahrradweg versperrte, wenn ein Autofahrer urplötzlich nach links abbog und dabei den Radweg kreuzte, wenn ein Fußgänger unvorhergesehen den Radweg betrat, dann musste der E-Biker den Zusammenstoß vermeiden. Betätigte er die beiden Handbremsen zu spät, signalisierte ein klirrendes Geräusch einen Zusammenstoß.

Während die Besucher am Simulator auf einem fest montierten Fahrrad saßen, ging es im Parcours in die echten Sättel. Geübt wurde zum Beispiel das Anfahren, bei dem Pedelec-Fahrer schon mit dem ersten Tritt in die Pedale den Schub des Elektromotors auslösen. Ähnliches passiert beim Absteigen, wenn man von der Pedale hüpft und ihr damit noch einmal einen Schub verpasst.

Richtiges Bremsen und helle Kleidung mindern das Unfallrisiko

Ausführlich wurde das richtige Bremsen geübt. Im Parcours musste aus voller Fahrt heraus so gebremst werden, dass das Pedelec möglichst genau in einem markierten Rechteck zum Stillstand kam.

Am Stand der Kreisverkehrswacht ging es vor allem um das Thema „Sichtbarkeit bringt Sicherheit“ und um die Benutzung von Fahrradhelmen. In der Dunkelheit kann richtige Bekleidung Unfälle verhindern. Dunkle Kleidung reflektiert nicht gut. Besonders gut sind Westen, Armbinden und Anhänger aus reflektierendem Material oder quer und längs angebrachte Streifen auf der Kleidung. Eine Helm sollte Pflicht sein.

Tipps für Radler

  • An Zebrastreifen haben Fußgänger Vorrang gegenüber dem Fahrverkehr, Radfahrer hingegen nicht. Wer mit dem Rad einen Zebrastreifen nutzen möchte, sollte daher absteigen und das Rad über den Zebrastreifen schieben.
  • Auch für Fahrradfahrer gilt die auf Schildern angezeigte Höchstgeschwindigkeit. 20 oder 30 km/h kann man mit Rennrädern, Pedelecs oder E-Bikes besonders auf ebener oder abfallender Strecke leicht erreichen.
  • Ein Helm der Prüfnorm EN 1078 sollte fest und waagerecht auf dem Kopf sitzen, aber nicht drücken.
Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Im Verlauf von mehr als vier Jahrzehnten habe ich das Zusammenwachsen von acht ehemals selbstständigen Gemeinden miterlebt, die 1975 zur Großgemeinde Schermbeck zusammengefügt wurden. Damals wie heute bemühe ich mich zu zeigen, wie vielfältig das Leben in meinem Heimatort Schermbeck ist.
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Helmut Scheffler

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