Schermbeck als Luftkurort? Das wäre nach einem ersten Gespräch mit der Bezirksregierung durchaus möglich. © Guido Bludau
Luftkurort

Luftkurort Schermbeck? Auszeichnung soll Tourismus anschieben

Als staatlich anerkannten Erholungsort will Bürgermeister Mike Rexforth Schermbeck auszeichnen lassen. Sogar das Prädikat „Luftkurort“ wird angestrebt. Was das brächte und kosten würde.

Um als Erholungsort nach dem Kurortegesetz geführt zu werden, müsste Schermbeck einen Antrag stellen bei der Bezirksregierung Düsseldorf. Ob die Gemeinde diesen Weg gehen soll, muss aber zunächst der Rat entscheiden, der sich am 30. Juni trifft.

Erholungsorte sind klimatisch und landschaftlich bevorzugte Gebiete, die gewisse Kriterien erfüllen müssen. Sabrina Greiwe von der Verwaltung listet diese in der Vorlage für den Rat auf: ein „entsprechender Ortscharakter“, eine zentrale Auskunfts- und Vermittlungsstelle, Grünflächen mit Ruhebereichen und „gesundheits- und erlebnisorientierten Bereichen sowie Angebote zur Wissensvermittlung, Kommunikation und Unterhaltung“, beruhigte Straßen und erholungsgerechte Infrastruktur wie ein ausgeschildertes Wander- und Radwegenetz mit touristischen Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten.

Reken als Vorbild

Die Verwaltung erhofft sich durch die Auszeichnung, dass der Tourismus gestärkt wird und sich neue Fördermöglichkeiten im Bereich touristischer Infrastruktur auftun. Greiwe verweist auf die Gemeinde Reken, die 1999 als Erholungsort ausgezeichnet wurde und einen Anstieg der Übernachtungszahlen (vor allem aus dem Ausland) registrierte – zuvor war die Zahl der Übernachtungen drei Jahre in Folge gesunken.

Viele Gastro- und Hotelbetriebe, die Natur, ein zeitlich flexibles Standesamt für Hochzeitswünsche, die Lage zwischen Münsterland, Ruhrgebiet, Westfalen und Rheinland sowie das naheliegende Ruhrgebiet als Ballungsraum, den Hohe Mark Steig, die Römer-Lippe-Route, die 3-Flüsse-Route und die Schermbecker Radrouten nennt Greiwe als touristische Pluspunkte für Schermbeck.

„Wettbewerb nur über Qualität zu gewinnen“

Neben Gastro- und Hotelbetrieben würden von einer Auszeichnung Schermbecks auch Hofläden, Forellenzuchtbetriebe, Einzelhandel und das Vereinsleben profitieren, erwartet die Verwaltung. „Der Wettbewerb um den Gast ist nur über Qualität zu gewinnen.“

Das Verfahren zur Einstufung als Erholungsort würde rund 6.300 Euro kosten – am teuersten wäre das klimatische Gutachten der Gesundheitsagentur NRW mit 3.500 Euro. „Nach ersten Gesprächen könnte die Gemeinde Schermbeck auch Aussicht auf die Ernennung als Luftkurort von der Bezirksregierung Düsseldorf erhalten“, so Sabrina Greiwe.

Dies müsste in einem weiteren Verfahren beantragt werden, wobei das aufwändigere klimatische Gutachten dann 10.000 Euro kosten würde. Gesamtkosten von 12.800 Euro wären beim Antrag zum Luftkurort zu schultern. Das Zertifikat ist zehn Jahre gültig. Danach sei die erforderliche „Reprädikatisierung“ mit deutlich weniger Aufwand und Kosten verbunden, so Greiwe.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
Zur Autorenseite
Berthold Fehmer

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.