Maila aus Gahlen ist eine von 20 Giftköder-Suchhunden in Deutschland

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Die Gahlenerin Carmen Höchst möchte gemeinsam mit ihrer Schäferhündin andere Hunde vor Giftködern retten. Denn das Fressen dieser Köder kann tödlich enden.

Gahlen

, 06.08.2019, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn Schäferhündin Maila und Frauchen Carmen Höchst aus Gahlen gerufen werden, ist es oft schon zu spät. Dann ist in vielen Fällen mindestens ein Hund qualvoll gestorben, weil er eine vermeintliche Leckerei verspeist hat, die aber zum Beispiel mit Rattengift oder Rasierklingen präpariert war.

Seit Mai ist die vierjährige Maila offizielle Giftköder-Suchhündin. Neben ihr gibt es noch 19 weitere in Deutschland. Angeleitet wurden sie von Hundetrainer Dennis Panthen. In seinem Projekt „Pro dog Trainer“ bildet er gemeinsam mit Nicole Momma unter anderem solche Suchhunde aus.

Als Carmen Höchst Maila vor zwei Jahren aus einer ungarischen Tötungsstation rettete, stellte sie schnell fest, dass ihre neue Mitbewohnerin eine Allesfresserin ist. „Sie war total unterernährt und hat alles gefressen, was ihr vor die Nase kam - wie ein Staubsauger“, erinnert sich die 42-Jährige.

Auf einer Hunde-Veranstaltung lernte sie dann Hundetrainer Panthen kennen und meldete ihre Hündin freiwillige als Probandin für eine Vorführung zum Thema Giftköder-Suchhund. Im Herbst 2017 absolvierte sie dann gemeinsam mit ihrer Hündin die Ausbildung.

Workshop vermittelt Theorie und Praxis

In fünf Tagesworkshops lernte Höchst nicht nur, was Giftköder sind (Wurst, Leberwurstbrot, Frikadelle) und was in ihnen drin stecken kann (Rattengift, Rasierklingen, Nägel), sondern auch viel darüber, wie Hunde lernen.

„Maila hat gelernt, Essbares zu finden, anzuzeigen und nicht zu fressen“, erklärt Höchst. Rund zweimal die Woche trainiert sie mit ihrer Hündin, die dabei ein spezielles Suchgeschirr trägt und daran sofort erkennt, dass es ans Suchen geht. Im Mai absolvierten die beiden eine freiwillige Prüfung und dürfen nun offiziell für „Pro Dog Trainer“ auf die Suche nach Giftködern gehen.

Einer ihrer ersten Einsätze führe sie an den Hardtbergssee (Tillessensee) in Dorsten. „Dort wurden Hühnerherzen gefunden und ein Hund ist gestorben“, erzählt die Gahlenerin. Sie suchte mit Maila vor Ort, konnte jedoch nichts mehr finden.

Maila aus Gahlen ist eine von 20 Giftköder-Suchhunden in Deutschland

Maila und Carmen Höchst sind ein gutes Such-Team. © Manuela Hollstegge

Genau darin liegt ein großes Problem der Giftköder-Suche: Möglichst schnell nach Fund eines Köders, am besten innerhalb der ersten 24 Stunden, müssen Höchst und Maila informiert werden. „Sonst ist es oft schon zu spät, denn die Köder werden auch von Wildtieren oder Vögeln gefressen“, so die 42-Jährige. Oft würden Informationen über Facebook geteilt, seien ungenau, veraltet oder ohne Informationen über einen möglichen Ansprechpartner. „Vieles ist auch Panikmache.“

Ohne genauen Standort wird es schwierig

Problematisch sei es auch, wenn der genaue Auffindeort nicht mitgeteilt werde. Denn Maila könne nur rund 20 Minuten suchen, dann sei sie erschöpft und brauche eine Pause. Daher bittet die Gahlenerin Giftköder-Finder, möglichst schnell die Polizei und sie zu informieren und den Köder einzusammeln. Am besten geht das über Facebook, oder aber unter Tel. (02853) 60 40 80 4 bzw. per Mail.

Hundehaltern rät sie außerdem, das Handy beim Gassigehen am besten zu Hause oder in der Hosentasche zu lassen. Denn nur so könne man den Hund im Auge behalten und gegebenfalls mitbekommen, wenn er etwas vom Boden fresse.

„Wir müssen Verantwortung für unsere Hunde übernehmen“

Höchst hat schon das Gefühl, dass die Verbreitung von Giftködern in den vergangenen Jahren zugenommen hat. „Daher müssen wir Verantwortung für unsere Hunde übernehmen, sie erziehen und ihre Hinterlassenschaften wegräumen. Sonst erzeugen wir nur noch mehr Hundehasser“, sagt sie.

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