Mariko hat mit Delfintherapie auf Curacao begonnen

Siebenjähriger mit Gendefekt

Der siebenjährige Schermbecker Mariko leidet seit seiner Geburt an einem seltenen Gendefekt und ist in seiner geistigen Entwicklung auf dem Stand eines Einjährigen (wir berichteten). Eine Delfintherapie auf Curacao soll ihm nun helfen, sich auszudrücken. Viele Spenden machten sie möglich.

SCHERMBECK

, 14.02.2017, 10:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sein persönlicher Delfin soll Mariko Gramadke helfen, seine Wünsche auszudrücken.

Sein persönlicher Delfin soll Mariko Gramadke helfen, seine Wünsche auszudrücken.

„Ein Ja oder Nein würde uns schon reichen“ sagt Marikos Vater David Gramadtke. „Ich hoffe, dass wir durch die Therapie einen Wink bekommen, wie wir ihn weiter fördern können.“ Mariko und seine Familie haben nun bereits eine Woche auf Curaçao in der Karibik hinter sich.

Erschöpfung nach 13 Stunden Flug

Bevor es aber soweit war, mussten die Eltern einen zwölfstündigem Flug zurücklegen. Keine leichte Aufgabe, wie David Gramadtke berichtet: „Mariko kann nicht im Sitzen schlafen und wir mussten ihn die ganze Zeit im Flugzeug abwechselnd beschäftigen“, beschreibt er die lange Reise. Völlig erschöpft schlief Mariko anschließend 13 Stunden am Stück.

Bereits am nächsten Tag konnte er seine ersten Erfahrungen mit den Delfinen machen. „Mariko hat nach einer Kennenlernzeit einen sehr aktiven Delfin zugewiesen bekommen und beide haben sich schnell angefreundet“, erzählt David Gramadtke. Wasser, Delfine und Temperaturen erschöpfen Mariko sehr, sodass er nach jeder Therapie im Hotel immer für zwei bis drei Stunden einen Erholungsschlaf einlegen muss.

Ja-Nein-Karten und ein Vibrationsstift

Im Fokus der unterschiedlichen Therapien wird unter anderem versucht, bei Mariko die Körperspiegelung zu durchbrechen. „Die Logopädin arbeitet hierbei mit Ja- und Nein-Karten, die Mariko mit einer Hand berühren muss, um eine Reaktion vom Delfin zu bekommen. Das klappt von Tag zu Tag besser“, freut sich David Gramadtke.

Darüber hinaus kommt ein Vibrationsstift, vergleichbar mit der Größe einer Zahnbürste, zum Einsatz. Dieser Stift wird, so Gramadtke, sanft an verschiedenen Stellen des Körpers angelegt, um Reize auszulösen, die die Mundmotorik trainieren sollen. Das erste therapiefreie Wochenende nutzte die Familie für einen gemeinsamen Ausflug in den Nationalpark, um dort spazierenzugehen und tropische Tiere zu sehen. 

Lesen Sie jetzt