"Mi in Motion" findet in diesem Jahr nicht statt

Aus finanziellen Gründen

Die Kulturstiftung Schermbeck muss schon lange mit einem kleinen Budget auskommen. Dennoch fanden immer zahlreiche Veranstaltungen statt. Für das Musikfestival "Mi in Motion" reicht das Geld in diesem Jahr nicht.

SCHERMBECK

, 04.08.2016, 16:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mit brasilianischen Rhythmen wurden die Besucher im Jahr 2012 begrüßt.

Mit brasilianischen Rhythmen wurden die Besucher im Jahr 2012 begrüßt.

Das bestätigte Friedhelm Koch (Foto), der seit dem Rücktritt der Vorsitzenden Brigitte Straus zum Jahresbeginn 2016 für die Kulturstiftung verantwortlich ist, gestern auf unsere Anfrage. „Es steht schon seit Monaten fest, dass es das Festival nicht geben wird. Es gab deswegen auch gar keine genauen Planungen“, sagte er.

Die Gründe dafür seien rein finanzieller Natur. „Es war schon Anfang des Jahres klar, dass es nicht genug Sponsoren gibt. Und ohne Sponsoren geht es nicht“, so Koch. Über 10 000 Euro kostet das Festival nach seinen Angaben. Davon müssen die Bands, Gema-Gebühren und alle anderen Ausgaben gedeckt werden. „Da geht man nie mit einem Gewinn raus. Kultur ist und bleibt ein Zuschussgeschäft“, so Friedhelm Koch.

"Viel Freude bereitet"

Immer wieder war das kleine Budget der Stiftung in den letzten Jahren Thema. Doch die langjährige Vorsitzende Brigitte Straus betonte 2014 in einem Interview mit dieser Zeitung, dass sich der Aufwand dennoch gelohnt habe – wenn auch nicht wirtschaftlich. „Die Kulturstiftung hat mit abwechslungsreichem Programm Bürgern und auswärtigen Gästen viel Freude bereitet.“

Anfang September fand das Kneipenfestival in den letzten Jahren statt. Für die musikalische Gestaltung war Marcell Oppenberg zuständig. Er holte bekannte Bands und hochklassige Newcomer nach Schermbeck. „Einige sind dadurch bekannt geworden“, erinnert sich Friedhelm Koch.

Fehlende Sponsoren und sinkende Zinserträge

Doch nicht immer war „Mi in Motion“ ein Erfolg. Es gab auch Jahre, in denen sehr wenige Besucher kamen. Friedhelm Koch macht dafür vor allem das Wetter verantwortlich. „Ich kann mich an einen Auftritt einer Band in plästerndem Regen unter einem Pavillon erinnern. Da kommen natürlich keine Zuschauer.“ Und er gibt zu: „Da fehlten dann auch Einnahmen.“

Doch das sei nicht der Hauptgrund für die finanziellen Probleme. Dafür seien vielmehr die fehlenden Sponsoren und die sinkenden Zinserträge verantwortlich. 2004 hatten Volksbank und Verbandssparkasse Wesel jeweils 100 000 Euro als Kapital zur Verfügung gestellt, aus deren Zinserlös die Kulturstiftung ihr Programm bestritt. Angesichts langfristiger Niedrigzinsen sank der Spielraum.

Gespräche über Fortsetzung geplant

Ob „Mi in Motion“ im nächsten Jahr wieder stattfinden werde, steht laut Koch noch nicht fest. „Darüber haben wir uns noch keine Gedanken gemacht. Die Gespräche werden wir aber noch in diesem Jahr führen.“  Die Kindergärten sollen aber trotz Geldnot auch in Zukunft unterstützt werden. "Alle Veranstaltungen finden statt", versprach Koch.

Ein gedrucktes Programm wird es wegen Sparmaßnahmen in diesem Jahr nicht geben. Veranstaltungen werden in der örtlichen Presse angekündigt.

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