Ministerium hält Bürgermeister-Rechnung für „nicht nachvollziehbar“

Digitalisierung

66 Euro pro Schüler erwartet Bürgermeister Mike Rexforth aus dem Sofortprogramm für digitale Endgeräte. Die BI hakte beim Ministerium nach. Das hält die Rechnung für „nicht nachvollziehbar“.

Schermbeck

, 08.06.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Digitales Lernen soll mit dem Förderprogramm von Land und Bund unterstützt werden. (Symbolbild)

Digitales Lernen soll mit dem Förderprogramm von Land und Bund unterstützt werden. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Die Bürgerinitiative „Zwei Grundschulen für Schermbeck“ hatte Anfang Mai die Gemeinde Schermbeck aufgefordert, das 550-Millionen-Programm zur Ausstattung von Schülern mit digitalen Endgeräten in Anspruch zu nehmen. Bürgermeister Mike Rexforth hatte die Summe auf die Schülerzahl umgelegt und kam rechnerisch auf einen Wert von 66 Euro pro Schüler. Davon müssten neben Endgeräten aber auch Software und Schulungen für Lehrer bezahlt werden.

Die BI fragte beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und beim NRW-Schulministerium nach und legte die Erwiderung des Bürgermeisters vor. Beide hätten Entwarnung gegeben, so Thomas Bolte von der BI. „Das BMBF erklärte, dass mit dem Sofortprogramm vorgesehen sei, ohne Bedarfsprüfung umfassende Maßnahmen zu fördern. Die Summe von 66 Euro pro Schüler sei daher nicht nachvollziehbar. Eine Bedürftigkeit sei nicht flächendeckend gegeben, daher sei es nicht zielführend, den auf NRW entfallenden Teil des Sofortprogramms rechnerisch auf alle Schüler umzulegen.“

Die auf NRW entfallenden 105 Millionen Euro sollen laut Bolte unbürokratisch zur Verfügung gestellt werden. Die Endgeräte sollen Schülern als Leihgeräte nutzen können - ohne individuelle Bedürftigkeitsprüfung. Die BI will dazu mit der Verwaltung ins Gespräch kommen.

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