Motoryacht „Polaris“ wurde aus dem Kanal geborgen

Yacht

Für viele Schaulustige war es ein willkommenes Spektakel: Die an Pfingsten gesunkene Motoryacht „Polaris“ wurde am Mittwoch aus dem Wesel-Datteln-Kanal geborgen.

Schermbeck

, 03.06.2020, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die gesunkene Yacht "Polaris" wurde am Mittwochnachmittag aus dem Wesel-Datteln-Kanal geborgen.

Die gesunkene Yacht „Polaris" wurde am Mittwochnachmittag aus dem Wesel-Datteln-Kanal geborgen. © Berthold Fehmer

An Pfingstmontag war die Yacht im Bereich der Gahlener Brücke (Im Aap) gesunken. Am Pfingstsonntag hatte die Crew die Yacht unerlaubterweise an dieser Stelle festgemacht und das Schiff verlassen.

Mit Luftkissen wurde die "Polaris" aus dem Wasser gehoben.

Mit Luftkissen wurde die "Polaris" aus dem Wasser gehoben. © Guido Bludau

Die Feuerwehr hatte am Montag sogar noch Taucher zum Boot geschickt, um sicher zu gehen, dass niemand zu Schaden gekommen war.

Viel Arbeit bedeutete die Bergung der "Polaris" für die Mitarbeiter einer Spezialfirma.

Viel Arbeit bedeutete die Bergung der „Polaris" für die Mitarbeiter einer Spezialfirma. © Berthold Fehmer

Hätte die Yacht nicht am Rand, sondern in der Mitte des Kanals gelegen, wäre das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt wesentlich schneller tätig geworden, verriet Michael Ambrasis vom Außenbezirk Friedrichsfeld, der für diesen Teil des Kanals zuständig ist. Am Rand hingegen war das Boot gesichert worden und nun ein Fall für die Versicherung, die ein Unternehmen mit der Bergung beauftragt hatte.

Schwierige Bergung

„Erst hieß es, dass dauert zwei, drei Stunden - jetzt sind wir schon seit 11 Uhr da“, sagte Ambrasis kurz nach 16 Uhr. Doch dafür hatte er Verständnis. Jede Bergung sei anders - im konkreten Fall bestand die Sorge, dass die Yacht weiter in Richtung Mitte des Kanals abdriften könne. Ein Taucher befestigte immer wieder Luftkissen an der Yacht, die dann vollgepumpt wurden, wodurch sich die Yacht millimeterweise aus dem Wasser bewegte. „Es ist auch schwer, unter Wasser etwas an einem Boot zu befestigen“, sagte Ambrasis: Eine Bergung sei immer eine Herausforderung.

Zahlreiche Schaulustige verfolgten die Bergung der Yacht.

Zahlreiche Schaulustige verfolgten die Bergung der Yacht. © Berthold Fehmer

Gegen 15 Uhr ragte der Bug aus dem Wasser und wurde mit einer Stahlkette an der Spundwand befestigt. Während der Arbeit wurde der Schiffsverkehr nicht ausgesetzt. Damit der Taucher nicht gefährdet wurde, waren die Schiffer auf dem Kanal per Signalflagge und per Funk gewarnt worden. Das hinderte einen Yachtbesitzer aber nicht daran, mit Vollgas heranzuschippern, was ihm einen lautstarken „Anpfiff“ der Wasserschutzpolizei einbrachte. „So ein Boot schlägt hohe Wellen. Wenn der Taucher gerade unter Wasser ist, könnte er sich die Finger einklemmen“, sagte Ambrasis.

Nicht komplett leer gepumpt

Etwa gegen 16 Uhr konnte eine Wasserpumpe zum Einsatz kommen, die den Bootskörper leer pumpte. Wenig später schaute der Rumpf aus dem Wasser. Das ganze Wasser wolle man nicht herauspumpen, sagte Ambrasis, da weiteres Öl austreten könne.

Mit einer Stahlkette wurde der Bug der "Polaris" an der Spundwand befestigt.

Mit einer Stahlkette wurde der Bug der „Polaris" an der Spundwand befestigt. © Berthold Fehmer

Stattdessen wurde die Yacht nur schwimmfähig gemacht und sollte zum Dorstener Yachthafen gezogen werden, wo die Untersuchung nach der Ursache des Kenterns gefunden werden soll. Dass der Rumpf beschädigt ist, glaubte Ambrasis im Laufe der Bergung schon nicht mehr. Vielleicht sei ein Ventil undicht oder ähnliches.

Viel Freude wird der Besitzer des Bootes damit wohl nicht mehr haben. Als „Totalschaden“ bezeichnete es Ambrasis. „Vielleicht stellt es sich noch jemand in den Garten und macht es die nächsten zehn Jahre fertig. Ich glaube das aber nicht.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt