Neue Gebühr: Manch einer steht im Regen

SCHERMBECK Mit großem Aufwand und in der Rekordzeit von fünf Monaten hat die Verwaltung das umgesetzt, worüber 2300 Haushalte in Schermbeck ab Freitag per Post informiert werden: die Einführung der getrennten Regenwassergebühr.

von Von Michael Klein

, 17.07.2008, 17:51 Uhr / Lesedauer: 1 min

Künftig müssen alle Kommunen in Nordrhein-Westfalen die Abwassergebühren nach der versiegelten Fläche berechnen, von der aus das Regenwasser in die Kanalisation fließt. "Damit erzielt die Gemeinde keine Mehreinnahmen", erklärte gestern Bürgermeister Ernst-Christoph Grüter, die Kosten würden nur anders verteilt. Die Schmutzwassergebühr werde dadurch sinken.

Dass die neue Regelung, die aufgrund eines Entscheids des Oberverwaltungsgerichts in Kraft treten muss, unbedingt gerechter als die bisherige pauschale Gebühren-Erhebung ist, bezweifelt der Schermbecker Bürgermeister. "Vor allem für städtische Straßen und Gebäude mit großen Dach- und Hofflächen wird sich eine größere Belastung ergeben."

Hoher Aufwand

Zudem müsse der hohe Verwaltungsaufwand auf die Gebühren umgelegt werden. Und teurer könnte es für alle werden, wenn etwa Privatleute oder große Firmen künftig ihr Regenwasser auf den Grundstücken versickern lassen, statt es in die öffentliche Kanalisation zu leiten: "Je weniger Wasser fließt, desto schwieriger wird die Wartung der Kanäle."

Nicht betroffen sind diejenigen, die an eine Druckrohrleitung angeschlossen sind oder das Regenwasser in Gruben oder Kleinkläranlagen laufen lassen. Alle anderen Haushalte wird die Gemeinde anschreiben, um die jeweiligen Flächen zu ermitteln. Während andere Städte von ihren Bürgern verlangen, dass sie selbst die Größen ausmessen, ist in Schermbeck das Prozedere erleichtert worden.Digitalisierte Luftaufnahmen

Die Verwaltung hat bereits im Vorfeld die befestigten Flächen anhand von digitalisierten Luftbildaufnahmen ausgewertet, so dass die Betroffenen neben dem Info-Anschreiben auch einen Lageplan bekommen, auf dem ihre Grundstücke dargestellt sind. Falls die Bürger Fehler feststellen, können sie die Korrekturen direkt auf dem Ausdruck eintragen und diese bis zum 25. August ans Rathaus zurückschicken.

Außerdem besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an einem Info-Abend, der Donnerstag, 14. August, um 19 Uhr im Begegnungszentrum des Rathauses stattfindet. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

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