Das Obergeschoss des Schul-Gebäudes an der Schienebergstege kann erst wieder genutzt werden, wenn die Brandschutzauflagen erfüllt sind. Dann sollen zwei Klassenräume wieder in das Geschoss verlegt werden und die OGS die beiden Räume zusätzlich erhalten. © Helmut Scheffler (A)
Grundschule Schermbeck

Neue OGS-Gruppe, aber hohe Kosten durch Brandschutzauflagen

Für knapp 100 Kinder sind die Räume des Offenen Ganztags an der Schienebergstege „mehr als beengt“. Eine weitere Gruppe soll eingerichtet werden - doch Brandschutzauflagen verteuern das.

Am katholischen Teilstandort der Grundschule Schermbeck betreibt die Caritas die OGS mit vier Gruppen (rund 100 angemeldete Kinder). Aufgrund von Brandschutzvorgaben des Kreises musste das Obergeschoss des Gebäudes an der Schienebergstege im Oktober 2020 geschlossen werden und der Offene Ganztag als Konsequenz zwei Räume abgeben, die als Klassenräume genutzt werden.

Als Ersatz erhielt die OGS den Musikraum und den „Bühnenraum“ im Erdgeschoss. „Mehr als beengt“ seien die Platzverhältnisse, so Ellen Großblotekamp von der Verwaltung.

Bislang habe man allen Anträgen auf Teilnahme am Offenen Ganztag nachkommen können, erklärte Irmgard Schwenk von der Verwaltung am Dienstag im Schulausschuss. „Wenn wir das nächstes Jahr machen wollen, wissen wir, dass wir mit den Kapazitäten nicht nachkommen.“

„Bestätigung geben, dass wir voll dahinter stehen“

Falls der Schulausschuss nicht die Einrichtung einer fünften Gruppe beschließe, „müssten wir Kinder von der OGS ausschließen“, so Schwenk. Für Hildegard Franke (CDU) keine Option: „Wir sollten auf jeden Fall eine fünfte Gruppe einrichten und den Eltern die Bestätigung geben, dass wir voll dahinter stehen.“

„Was wäre die Alternative?“, fragte Ulrike Trick (Grüne) rhetorisch: Man müsse sich dann überlegen: „Wem sagen wir ab?“ Ob es dann nach Bedürftigkeit gehe, Berufstätige den Vorrang erhielten oder andere Regeln gefunden werden müssten – „das wäre sehr schwierig und wenig zielführend.“

Obergeschoss braucht eine Außentreppe

Allerdings: Zu den Kosten für die Betreuung (rund 23.000 Euro im Haushaltsjahr 2021), die aber durch Elternbeiträge und Landeszuschüsse aufgefangen werden, kommen noch bauliche Kosten. Denn das derzeit aufgrund der Brandschutzvorgaben nicht nutzbare Obergeschoss müsste unter anderem einen zweiten Rettungsweg in Form einer Außentreppe erhalten. Dann würden die Klassenräume wieder dorthin verlegt und der OGS zwei Räume zusätzlich zur Verfügung stehen.

Drei Alternativen zwischen 35.000 und 55.000 Euro Kosten wurden dem Schulausschuss vorgelegt, der letztlich die einstimmige Empfehlung an den Rat gab, die hochwertigste Variante zu wählen: eine dauerhafte Stahltreppenlösung mit Einbau eines neuen Fluchttürenelementes sowie Nebenarbeiten (Fundament, Versetzen eines Heizkörpers).

Auf Nachfrage von Brigitte Scheffler (Seniorenbeirat), ob man etwas über Bewerber für die vakante Stelle der Schulleitung wisse, musste Bürgermeister Mike Rexforth mit „Nein“ antworten: „In der Regel erfahren wir das zum Schluss.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer

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