Neue Selbsthilfegruppe soll Angehörige von Demenz-Erkrankten unterstützen

Demenz-Selbsthilfegruppe

Eine neue Selbsthilfegruppe für Angehörige von Menschen mit Demenz soll den Umgang mit der Krankheit erleichtern. Zuhören, Trösten, Helfen, aber auch gemeinsames Lachen sind geplant.

Schermbeck

, 05.02.2019, 11:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kirsten Bovenkerk, Pia Breulmann, Margret Hennewig-Schnock, Zehra Olcayto-Lindner und Ursula Pötters (v.l.) beantworteten als Fachleute für Demenzerkrankungen während der Gründungsversammlung der Selbsthilfegruppe Fragen der Besucher.

Kirsten Bovenkerk, Pia Breulmann, Margret Hennewig-Schnock, Zehra Olcayto-Lindner und Ursula Pötters (v.l.) beantworteten als Fachleute für Demenzerkrankungen während der Gründungsversammlung der Selbsthilfegruppe Fragen der Besucher. © Helmut Scheffler

Mehr als 20 Interessenten nahmen im Haus „Arche Noah“ in der Georgstraße 36 am Freitag an einer Informationsveranstaltung teil. Im einführenden Kurzreferat stellte Kirsten Bovenkerk als Fachberaterin der Gerontopsychiatrischen Beratungsstelle des St.-Vinzenz-Hospitals Dinslaken das Krankheitsbild Demenz vor. Erkrankungen, die die Funktion des Gehirns stören, beginnen meist mit einer Vergesslichkeit. Als weitere Symptome werden Orientierungsschwächen, Sprachstörungen und Konzentrationsprobleme registriert. „Die Selbstwahrnehmung wird schief, das abstrakte Denken nimmt ab, die Entscheidungsfähigkeit wird eingeschränkt, der Umgang mit technischen Geräten wird gefährlich“, nannte Kirsten Bovenkerk als weitere Auswirkungen.

Die Gerontologin Pia Breulmann stellte den „Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW e.V.“ vor, der 2003 gegründet wurde und die Interessen der regionalen Alzheimer Gesellschaften, der Angehörigen-Selbsthilfegrupen und -selbsthilfeinitiativen ebenso vertritt wie Betreuungsgruppen. Der Verband setzt sich auf politischer Ebene in Gremien und Fachgruppen für die Verbesserung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen ein.

Wohnortnahe Selbsthilfe

Der Landesverband ist bemüht, in allen Regionen NRWs ein Selbsthilfeangebot im Bereich Demenz zu schaffen. Dazu trägt das Projekt „SeDum – Selbsthilfe im Bereich Demenz unterstützend ermöglichen“ bei. Das Projekt wurde im April 2018 gestartet und läuft bis April 2021 und wird von der Barmer finanziell gefördert. „Menschen mit Demenz und ihren pflegenden Angehörigen soll der Weg in die wohnortnahe Selbsthilfe erleichtert werden“, beschrieb Pia Breulmann als zentrale Zielsetzung. Das Projekt „SeDum“ unterstützt den Aufbau von Selbsthilfegruppen und den Aufbau eines Netzes an Ansprechpartnern für die Betroffenen.

Bei der Suche nach lokalen Unterstützern wurde der Landesverband bei der Schermbecker „Tagespflege Haus Arche Noah“ fündig. Zehra Olcayto-Lindner, die Leiterin der im Jahre 2002 eröffneten Einrichtung, leitet die Selbsthilfegruppe, die vom St.-Vinzenz-Hospital Dinslaken und von der „Landesinitiative Demenz-Service“ ebenso unterstützt wird wie von der Caritas, von der Paritätischen Selbsthilfe-Kontaktstelle Kreis Wesel und von der Barmer.

Erstes Treffen am 14. Februar

Das erste Treffen der neuen Selbsthilfegruppe findet am 14. Februar ab 18 Uhr in der Georgstraße 36 statt. Danach treffen sich die Teilnehmer immer am zweiten Donnerstag im Monat um 18 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos und es werden keinerlei Vereinsbeiträge kassiert.

Thema des ersten Treffens wird die Möglichkeit der Tagespflege sein. Was bei künftigen Treffen besprochen werden soll, wird sich im Verlauf des ersten Abends herausstellen. Es gibt eine Vielzahl von Sachthemen im Bereich der Demenz. Warum ist eine frühzeitige Diagnose wichtig? Kann man eine Demenz medizinisch behandeln? Wie geht man mit der Diagnose um? Wie geht das Leben weiter, wenn ein Angehöriger dement geworden ist?`Wie kann man den Alltag vereinfachen? Wie kann man im Haushalt für Sicherheit sorgen? Wie lässt sich die Freizeit aktiv gestalten? Antworten auf solche und ähnliche Fragen werden von Fachleuten gegeben.

„Man kann auch fröhlich die Zeit miteinander verbringen.“

In der Selbsthilfegruppe können sich Betroffene austauschen, denen die Herausforderungen der Erkrankung Demenz bekannt sind. Die Gruppenteilnehmer können über ihre Erfahrungen sprechen, sich gegenseitig Tipps geben. Die Treffen bieten Raum für gegenseitiges Zuhören, Trösten, Helfen und gemeinsames Lachen. „Man muss nicht nur sein Leid beklagen; man kann auch fröhlich die Zeit miteinander verbringen“, beschrieb Pia Breulmann die Chancen, die die neue Selbsthilfegruppe bietet.

Am Ende des Gründungstreffens erhielten die Besucher Informationsblätter und -schriften zum Thema Demenz. Außer Zehra Olycayto-Linder, Kirsten Bovenkerk und Pia Breilmann standen Ursula Pötters von der „Paritätischen Selbsthilfe-Kontrollstelle Kreis Wesel“ und Margret Hennewig-Schnock vom „Demenz-Servicezentrum Region Niederrhein“ als Ansprechpartner bereit.

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