Ölpellets-Skandal: Gutachten stößt weitere Untersuchungen an

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Das neue Gutachten zum Ölpellets-Skandal soll am 8. Dezember im Umweltausschuss der Gemeinde Thema werden. Umweltministerin Ursula Heinen-Esser kündigt das weitere Vorgehen an.

Schermbeck

, 13.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Erkenntnisse, die sich aus dem vom Umweltministerium beauftragten und am Mittwoch vorgestellten Gutachten zum Ölpellets-Skandal ergeben, werden in einer Sondersitzung des Umweltausschusses Schermbeck beraten. Das kündigte Bürgermeister Mike Rexforth im Rat am Mittwoch für den 8. Dezember an. Beim Ölpellets-Skandal wurden zwischen 2010 und 2013 rund 30.000 giftige Ölpellets in einer ehemaligen Tongrube in Gahlen illegal deponiert.

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Am 5. November hatten die zuständigen Behörden, das Umweltministerium sowie das Gahlener Bürgerforum das Gutachten vorab erörtert. Dem Gutachten, das Umweltministerin Ursula Heinen-Esser nun an den Landtagspräsidenten zur Weiterleitung an den Umweltausschuss des Landes schickte, ist eine Einführung und Zusammenfassung vorangestellt, die die Sicht ihres Ministeriums auf das Gutachten verdeutlicht.

Ölpellets sollen im Mühlenberg bleiben

Mit dem vorliegenden Gutachten bestehe laut Umweltministerium nun Klarheit, „dass eine Betroffenheit ausschließlich über die Wirkungspfade Boden-Grundwasser und Boden-Oberflächengewässer gegeben sein kann“ und „dass eine dauerhafte Gefahrenabwehr durch bautechnische Sicherungsmaßnahmen gewährleistet werden kann und daher eine Auskofferung des Verfüllmaterials einschließlich der Ölpellets zur Gefahrenabwehr nicht erforderlich ist“.

Das Gutachten komme zum Ergebnis, „dass aller Voraussicht nach bautechnische Maßnahmen erforderlich sind, um das in der Tongrube anfallende Sickerwasser dauerhaft und vollständig fassen und ableiten zu können.“ Die vollständige und dauerhafte Fassung des Sickerwassers sei Voraussetzung dafür, das keine Gefahren von der Tongrube ausgehen.

Machbarkeitsstudie wird erstellt

Eine gesonderte Machbarkeitsstudie soll erstellt werden, da das Gutachten auch zum Ergebnis kam, „dass die vorhandenen Einrichtungen zur Sickerwasserfassung nicht ausreichen und aller Voraussicht nach bautechnische Sicherungsmaßnahmen zur Sickerwasserfassung erforderlich sind“ und „dass weitergehende Untersuchungen zum Wasserhaushalt durchgeführt werden müssen, deren Ergebnisse Einfluss auf Art und Dringlichkeit der Sicherungsmaßnahmen haben“.

Im Zuständigkeitsbereich des Kreises Wesel liege die Umsetzung der im Gutachten beschriebenen Empfehlungen: Mit weiteren Untersuchungen sollen Kenntnislücken im Hinblick auf die Gefährdungsabschätzung geschlossen werden. Eine Machbarkeitsstudie zur optimalen bautechnischen Sicherung soll erstellt werden und diese dann umgesetzt werden. Die Finanzierung müsse die Firma Nottenkämper übernehmen. Und: „Die Landesregierung wird den weiteren Ablauf begleiten.“

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