Ralf Lange, Mitglied der „Engagierten Bürger Hünxe“, und Stefan Steinkühler, Sprecher des „Gahlener Bürgerforums“ (v.l.), zeigen sich besorgt über die Sickerwassererfassung und -aufbereitung im Umfeld der Deponien im Gahlener Heisterkamp. © Helmut Scheffler
Ölpellets-Skandal

Ölpellets-Skandal: Nottenkämper soll Kosten für Nachbesserung zahlen

Mit den Konsequenzen aus dem neuen Gutachten zum Ölpellets-Skandal befasst sich der Umweltausschuss des Kreises. Das Gahlener Bürgerforum warnt, dass sich ein Fehler nicht wiederholen dürfe.

Mit der Abgrabungsverfüllung Mühlenberg befasst sich der Umwelt- und Planungsausschuss des Kreises Wesel am Dienstag (24.11.) um 16 Uhr. Zunächst soll das Gutachten präsentiert werden, das am 11. November durch das Umweltministerium veröffentlicht wurde.

Der Gutachter hatte im deutlichen Unterschied zur bisherigen Begutachtung festgestellt, „dass die bestehenden Anlagen zur Sickerwassererfassung und -ableitung auf Dauer nicht geeignet sind, das in der Tongrube anfallende Sickerwasser dauerhaft und vollständig fassen und ableiten zu können.“

Über die Lösung des Sickerwasser-Problems hat sich die Kreisverwaltung Gedanken gemacht. Sie schlägt eine Nachbesserung vor, und zwar „jetzt zeitnah von der Betreiberin“, der Firma Nottenkämper. „Vor der Festlegung der erforderlichen baulichen Nachrüstungs-Maßnahmen“, so die Kreisverwaltung, „sind zunächst weitere Untersuchungen erforderlich, die auf Veranlassung des Kreises Wesel als Aufsichtsbehörde durch die Betreiberin vorzunehmen sind.“

Nottenkämper soll zahlen

Nach ersten Gesprächen geht die Verwaltung davon aus, „dass die Untersuchungen und Maßnahmen sowie die hierfür anfallenden Kosten auf freiwilliger Basis von der Betreiberin, der Firma Nottenkämper, übernommen werden. „Sollte die Betreiberin wider Erwarten hierzu freiwillig nicht bereit sein, sind die erforderlichen Untersuchungen von Amts wegen vom Kreis durchzuführen (Gefährdungsermittlung) und die erforderlichen Maßnahmen im Wege des Ordnungsrechts vom Betreiber einzufordern.“

Man werde die mit den vorgesetzten Behörden abgestimmten bzw. von diesen verfügten Maßnahmen unverzüglich umsetzen, soweit dies nicht bereits in die Wege geleitet sei. Durch die Umweltbehörden sind die Auswirkungen auf die Umwelt zu bewerten und gegebenenfalls Sicherungs- bzw. Sanierungsmaßnahmen abzuleiten.

Bürgerforum will neutrale Gutachter

Im Vorfeld der Sitzung meldete sich das Gahlener BürgerForum (GBF) zu Wort. „Ganz wichtig ist, dass die weiteren Untersuchungen von neutraler Stelle durchgeführt werden, damit Kreis und Nottenkämper ihre eigenen Fehler nicht wieder kaschieren können“, fordert GBF-Sprecher Stefan Steinkühler.

Der Kreis habe zu oft bewiesen, dass man an einer transparenten Aufarbeitung des Umweltskandals kein Interesse habe. Es dürfe sich nicht wie beim AHU-Gutachten wiederholen, dass Nottenkämper Auftraggeber der Untersuchungen sei und dem Kreis irgendetwas vorgelegt werde, was man selber nicht hinterfragen könne. Steinkühler: „In dem AHU-Gutachten stand zum Beispiel nichts von einer Zwischenabdichtung, die vor der Erhöhung zum Berg nicht zurückgebaut wurde und deswegen möglicherweise jetzt Giftstoffe an der Seite des Verfüllkörpers ausdringen können.“

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Im Verlauf von mehr als vier Jahrzehnten habe ich das Zusammenwachsen von acht ehemals selbstständigen Gemeinden miterlebt, die 1975 zur Großgemeinde Schermbeck zusammengefügt wurden. Damals wie heute bemühe ich mich zu zeigen, wie vielfältig das Leben in meinem Heimatort Schermbeck ist.
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Helmut Scheffler

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