Der Angeklagte beim ersten Prozess-Start im Juni mit seinen Anwälten Lars Brögeler (links) und Dr. Christian Tünnesen-Harmes (rechts). © Werner von Braunschweig
Ölpellets-Skandal

Ölpellets-Skandal: Prozess startet neu – Ex-Prokurist schweigt

Der Bestechungs- und Untreue-Prozess gegen den Ex-Nottenkämper-Prokuristen ist neu gestartet. Ein erster Prozess war vor drei Wochen nach der Erkrankung einer Schöffin „geplatzt“.

Alles noch mal von vorne: Der ehemalige Prokurist (58) der Firma Nottenkämper muss sich seit Dienstag erneut vor dem Bochumer Landgericht verantworten. Erneut geht es um Bestechung, Steuerhinterziehung und Untreue. Ein erster Prozess war im Juni gestartet, musste aber später wegen eines Krankheitsfalls auf der Richterbank abgebrochen werden.

Im Prozess vor der 12. Strafkammer geht es um zwei später vom Bundesgerichtshof (BGH) aufgehobene (Teil-)Urteile aus dem Jahr 2019 mit einer Gesamtstrafe von fünf Jahren. Die mutmaßlich illegale Entsorgung von 30.000 Tonnen Ölpellets in der Tongrube in Schermbeck/Hünxe bleiben in der aktuellen Verhandlung weiter ausgeklammert.

Angeklagter schweigt

Der Ex-Nottenkämper-Prokurist soll bis 2015 bei einem Eisensilikatsand-Geschäft heimlich eine Provision in Höhe von 5,50 Euro pro Tonne eingestrichen und auf eine private Millionenschuld bei dem Lieferanten anrechnen lassen haben.

Der Angeklagte berief sich am Dienstag auf sein Schweigerecht.

In den kommenden Wochen wollen die Richter nun erneut zahlreiche Zeugen vernehmen. Fest steht wohl: Aufgrund einer schweren Erkrankung ist die Befragung des früheren kaufmännischen Nottenkämper-Chefs ausgeschlossen. Richterin Christine Katzer dazu: „Das heißt für uns auch, dass das wesentliche Beweismittel fehlt.“ Stand jetzt sind Termine bis zum 7. Oktober anberaumt.

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