Pastor Klaus Honermann nimmt Ende Juni Abschied von der Ludgerus-Gemeinde

Ludgerusgemeinde

Am letzten Sonntag im Juni wird Pastor Klaus Honermann Abschied von der Katholischen Kirchengemeinde St. Ludgerus nehmen.

Schermbeck

, 02.01.2020, 18:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Pastor Klaus Honermann nimmt Ende Juni Abschied von der Ludgerus-Gemeinde

Pfarrer Klaus Honermann verlässt Mitte 2020 die Schermbecker Ludgerusgemeinde. © Berthold Fehmer (Archiv)

Honermann teilte seinen Entschluss zum Jahreswechsel in einem Brief an die Kirchengemeinde mit. Vor einem halben Jahr hat er Weihbischof Rolf Lohmann darum gebeten, seine Aufgabe als leitender Pfarrer in Schermbeck abgeben zu können. „Meine Gesundheit lässt es nicht zu, dass ich dieses Amt über 2020 hinaus ausüben kann“, begründet Honermann dies und fügt hinzu: „Manche werden überrascht sein, andere es vielleicht erahnt haben. Es ist ein Loslassen, denn ich bin gerne hier. Es ist ein Loslassen in Dankbarkeit.“

Als potenzieller Nachfolger des Pastors Franz-Gerd Stenneken stellte sich Klaus Honermann am 26. Januar 2007 den Mitgliedern des Kirchenvorstands und des Pfarrgemeinderates vor. Das Gespräch wurde von Johannes Vermöhlen, dem Dechanten des Dekanates Wesel, geleitet.

Einziger Kandidat

Bischof Reinhard Lettmann hatte Klaus Honermann zum Pfarrer für die Katholische Kirchengemeinde St. Ludgerus vorgeschlagen. Er war der einzige Kandidat für die Schermbecker Pfarrstelle.

Der am 24. Januar 1952 in Werne geborene Klaus Honermann wurde nach seinem Diakonat im Jahre 1977 in Stromberg am 14. Mai 1978 zum Priester geweiht. Von 1978 bis 1982 war er Kaplan in der Herz-Jesu-Gemeinde in Wesel und danach in Weeze und in Recklinghausen. Von 1990 bis 1995 arbeitete er als Pfarrer im brasilianischen Amazonasgebiet.

Nach der Rückkehr nach Deutschland wurde Klaus Honermann 1996 Pfarrer der zum Dekanat Mauritz gehörenden Münsteraner St. Thomas Morus-Gemeinde. Im September 2001 wurde er auch als Pfarrer in der zum Dekanat Liebfrauen gehörenden St. Norbert-Gemeinde eingeführt. Sein silbernes Priesterjubiläum feierten beide Gemeinden am 11. Mai 2003.

Sechster Nachkriegspfarrer

Am Pfingstsonntag (27. Mai 2007) wurde Klaus Honermann als sechster Nachkriegspfarrer von Dechant Johannes Vermöhlen in sein Amt eingeführt. Zwölfeinhalb Jahre sind inzwischen vergangen. In dieser Zeit hat sich die Kirche insgesamt verändert. „Die Kirche hat in den letzten Jahren einen erheblichen Vertrauensverlust u.a. durch die Missbrauchsskandale erlitten“, stellt Honermann in der Rückschau fest.

Pastor Klaus Honermann nimmt Ende Juni Abschied von der Ludgerus-Gemeinde

Bürgermeister Ernst-Christoph Grüter begleitete am 27. Mai 2007 den damals neuen Pastor Klaus Honermann ebenso in der Kutsche von Rüste aus zur Ludgeruskirche wie Pfarrgemeinderatsvorsitzender Johannes Foitzik und Kirchenvorstandsmitglied Ludger Warmers (v.r.). © Helmut Scheffler (Archiv)

Dieser Verlust sei sehr schwer wieder aufzuholen. Es ergebe sich ein radikaler Traditionsbruch, der auch in anderen gesellschaftlichen Ebenen bemerkbar sei, aber im kirchlichen Leben besonders stark wirke. „Im Übrigen geht die Verkündigung des Evangeliums quer zu unserer Spaßgesellschaft“, so Honermann.

Die große Kirchenrenovierung und die Feier des 100-jährigen Kirchbau-Jubiläums im Jahre 2015 waren bedeutsame Maßnahmen, die Pastor Honermann begleitet hat. „Über zwei Entwicklungen bin ich sehr dankbar“, berichtet Honermann im Hinblick auf „ein gutes Zusammenwirken mit der kommunalen Gemeinde Schermbeck“, wie es bei der Zusammenlegung der Büchereien sichtbar geworden sei, und über den „synodalen Prozess, welcher unter anderem mit dem Stichwort ‚Maria 2.0‘ verbunden ist.“ Dabei habe er unterstützend mitwirken können.

Viel Unterstützung

Dankbar ist Honermann für die Unterstützung durch nebenamtliche Diakone, zudem habe es eine Fülle an ehrenamtlichem Einsatz gegeben. Honermann fügte hinzu: „Das ökumenische Miteinander ist sehr erfreulich.

Pastor Klaus Honermann nimmt Ende Juni Abschied von der Ludgerus-Gemeinde

Pastor Klaus Honermann und Pastor Xavier Muppala (v.r.) leiten gemeinsam seit 2013 als hauptamtliche Geistliche die Ludgerusgemeinde. In diese Zeit fiel auch die Feier des 100-jährigen Kirchbau-Jubiläums der jetzigen Ludgeruskirche. © Helmut Scheffler (A)

Die Abarbeitung des „Zukunftsplanes“ wird Honermann in seiner Amtszeit nur teilweise miterleben. Zwei konkrete Maßnahmen wurden bereits umgesetzt: das wöchentliche Mittagessen im Pfarrheim und das monatliche Frühstück. „Es geht nicht darum“, so Honermann, „möglichst viele Aktivitäten zu entwickeln, sondern bewusst wahrzunehmen, wo wir stehen.“

Nach seiner Verabschiedung im Juni möchte Pastor Honermann in Xanten wohnen. Der Region Niederrhein wird er auch im Ruhestand für Gottesdienste zur Verfügung stehen. Außerdem freut er sich darauf, für seine Hobbys wie Fotografieren und Malen Zeit und Muße zu haben.

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