Plantagen-Prozess: Angeklagte Niederländerin verlässt strahlend das Untersuchungsgefängnis

mlzLandgericht Duisburg

Im Prozess um zwei Cannabisplantagen in Schermbeck-Dämmerwald und Hamminkeln stehen die Zeichen auf Entspannung. Die angeklagte Niederländerin konnte bereits am Freitag aufatmen.

Schermbeck

, 01.02.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach dem Auffliegen zweier Cannabisplantagen in Schermbeck-Dämmerwald und Hamminkeln waren im Sommer 2019 ein 43-jähriger Niederländer und dessen 38 Jahre alte Lebensgefährtin festgenommen worden. Bis Freitag saßen auch beide dafür in Untersuchungshaft. Doch dann durfte die Frau erst das Gefängnis und schließlich auch Saal 201 des Duisburger Landgerichts unbestraft verlassen.

Richter regen Einstellung an

Der Vorstoß für die erfolgte Einstellung des Verfahrens war gegen Mittag von den Richtern selbst gekommen. „Es spricht einiges dafür, dass die Angeklagte von dem illegalen Geschehen wusste“, sagte der Vorsitzende. „Man kann sich aber auch auf den Standpunkt stellen, dass diese Hinweise für eine Verurteilung nicht ausreichen.“

Aus diesem Grund regten die Richter an, das Verfahren nicht weiter zu betreiben. Und so kam es dann auch. Die Niederländerin wurde also nicht verurteilt. Auf der anderen Seite erhält sie aber auch keinerlei finanzielle Entschädigung für die erlittene Untersuchungshaft. Ein klassischer Kompromiss also.

Zweiter Angeklagter sagt aus

Ganz so glimpflich wird der Prozess für ihren Freund nicht zu Ende gehen. Der 43-Jährige machte am Freitag in Duisburg erstmals Angaben zur Sache - und gab dabei zu, in die illegalen Machenschaften verwickelt gewesen zu sein.

Im Sommer 2019 hätten er und seine Freundin unter großen finanziellen Problemen gelitten, hieß es. Da sei ihm die Anfrage eines Niederländers gerade recht gekommen: „Willst du nicht auf dem Hof eine Plantage betreiben?“

Hintermann aus den Niederlanden

Der Angeklagte besteht jedoch darauf, dass er keinesfalls die treibende Kraft hinter der Aktion gewesen ist. Der mysteriöse Hintermann habe nicht nur die gesamte Ausrüstung besorgt und installiert, sondern hätte sich darüber hinaus auch um den Verkauf des abgeernteten Rauschgiftes gekümmert.

Für die Bereitstellung der Räumlichkeiten habe der 43-Jährige monatlich 1000 Euro bekommen sollen, ergänzte der Verteidiger des Niederländers. Nach einer einzigen Zahlung sei aber kein weiteres Geld mehr geflossen.

Zweite Plantage in Hamminkeln

Auch den Umstand, dass er in seinem Wohnhaus in Hamminkeln zeitweise eine zweite - kleinere - Cannabisplantage betrieben hat, räumte der Niederländer am Freitag ein. Auch da stelle sich aber die Frage, ob sein Mandant tatsächlich als Mittäter der eigentlichen Drogenhändler verurteilt werden könne, so der Verteidiger. Infrage komme auch eine Bestrafung wegen Beihilfe.

Die Richter dachten bereits laut über eine Strafe zwischen drei und vier Jahren Haft nach. Und danach könne auch der 43-Jährige vorübergehend aus der Haft entlassen werden.

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