Heinz-Bernd Töns eröffnet im Juni den „Plattenbau" in Schermbeck, einen der größten Vinyl-Plattenläden im weiten Umkreis. © Berthold Fehmer
Plattenladen

„Plattenbau“ öffnet im Juni mit 30.000 LPs und 40.000 Singles

Mit dem „Plattenbau“ eröffnet im Juni der größte Laden für Vinyl-Platten in der weiten Umgebung in Schermbeck. Heinz-Bernd Töns hat aber auch noch andere Überraschungen im Angebot.

Für den Schermbecker startete der Handel mit Vinyl vor rund zehn Jahren, als er einen Plattenladen in Dorsten-Hervest aufkaufte, dessen Besitzer verstorben war. Heinz-Bernd Töns verkaufte online und startete zusätzlich auf dem Hervester Zechengelände im Jahr 2016 das Vinylcafe „Schwarzes Gold“, wo er allerdings keine Platten verkaufen durfte.

Als die Corona-Pandemie die Schließung des Cafés erzwang, verlegte sich der 50-Jährige noch mehr auf den Online-Handel. „Wir haben 11.000 Artikel online gestellt“, erinnert sich Töns an Wochen des Tippens auf dem Computer. „Wir haben die Corona-Zeit genutzt.“ Einen kurzfristig eröffneten Plattenladen musste er nach wenigen Wochen schließen.

Kontakt zum Bürgermeister

Nun musste sich Töns erneut nach neuen Räumlichkeiten umsehen. Ein Kontakt zu Bürgermeister Mike Rexforth, den Töns als „Vinyl-Freak“ bezeichnet, half, an der Maassenstraße 89 im ehemaligen Army Shop ein neues Domizil zu finden. Rexforth wiederum bezeichnet Töns als jemanden, „der für das Thema brennt“.

480 Quadratmeter Verkaufsfläche für 30.000 LPs und bis zu 40.000 Singles stehen Töns nun zur Verfügung. Von anderen Läden unterscheidet ihn: „Viele meiner Händler-Kollegen haben keine Singles.“ Die Preisspanne für die Vinyl-Platten liegt zwischen einem Euro und vierstelligen Beträgen. Zudem will Töns auch DVDs, Bücher, Zeitschriften, Comics, Romane, Merchandising-Artikel und mehr verkaufen: „Alles rund um Musik und Unterhaltung.“

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Der „Plattenbau Schermbeck” wird am Samstag eröffnet – auf Live-Musik müssen die Besucher aber verzichten. © Berthold Fehmer © Berthold Fehmer

Die verkehrsgünstige Lage an der B 58 zwischen A 31 und A 3 und die Parkplätze direkt vor der Tür sind für Töns besonders interessant. „Niederländische Platten-Freaks fahren gerne mal eine Stunden mit dem Auto.“ Seinen Online-Vertrieb will Töns weiterhin nebenbei aufrecht erhalten.

Lounge-Bereich zum Fachsimpeln

Einen Lounge-Bereich zum Fachsimpeln über Musik plant Töns noch. Bei schönem Wetter will er ein paar Tische und Stühle draußen hinstellen. Kaffee und Bier soll man bei ihm „wie im Kiosk“ auch bekommen können. Ein Spielautomat mit alten Atari-Spielen will Töns zudem aufstellen.

Den Eröffnungstermin am 12. Juni hat Töns nicht zufällig gewählt: „Das ist der Record Store Day. Dann erscheinen viele Platten und Sonderauflagen, die man nur beim Plattenhändler vor Ort bestellen kann. Das wird gemacht, um die Läden zu unterstützen. In den letzten Jahren war da immer die Hölle los.“

Ein festangestellter Mitarbeiter soll ihm ab dann helfen. „Wir betreiben An- und Verkauf. Wir bestellen alles, auch Raritäten, die ich versuche zu organisieren.“ Am Eröffnungstag hofft Töns darauf, dass ihm die Corona-Regeln dann vielleicht sogar ein bisschen Live-Musik ermöglichen. Vorstellen könnte er sich auch, dass der „Plattenbau“ irgendwann auch kleine Comedy-Veranstaltungen beherbergen könnte.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer

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